Selbstversuch am Steuer jenseits von Moskau
MDZ-Chefredakteur Igor Beresin wagte die Reise in die Weiten der Region Twer auf dem Höhepunkt (oder erst am Anfang?) der Benzinkrise.
MDZ-Chefredakteur Igor Beresin wagte die Reise in die Weiten der Region Twer auf dem Höhepunkt (oder erst am Anfang?) der Benzinkrise.
Schon seit Wochen diskutieren die Menschen in ganz Russland nicht mehr über die Sperrung des mobilen Internets, sondern über drängendere Probleme. Wo gibt es noch Benzin? Warum herrscht Mangel? Und kann man etwas dagegen tun? Die Antworten hängen vom Blickwinkel und der jeweiligen Position ab.
Der Preisunterschied zwischen Lebensmitteln aus den russischen Regionen beträgt mittlerweile das Dreifache. Experten nennen als Hauptgrund die Geografie: Je weiter die Entfernung zu den Lieferanten, desto teurer werden die Grundnahrungsmittel.
Ob Schweißerin, Maschinenführerin oder Geologin: Immer mehr Frauen in Russland entscheiden sich für Berufe, die lange als reine Männerdomäne galten. Die Zahl weiblicher Bewerbungen im Produktionsbereich ist binnen drei Jahren um 91 Prozent gestiegen. Was sind die Treiber dieser Tendenz?
Jeder dritte Bekleidungshändler in Russland rutscht in die roten Zahlen – vom Massenmarkt bis zum Luxussegment. Zu diesem Schluss kommen Experten der Fashion Consulting Group, die die 100 umsatzstärksten Unternehmen analysiert haben. Die Nachfrage sinkt, während die Kosten weiter steigen.
Ende Juni 2026 froren russische Banken Einlagen von Bürgern der EU, USA und anderer „unfreundlicher“ Staaten auf Typ-C-Konten ein. Am 4. August hob Präsident Putin diese „Einfrierung“ für Privatpersonen per Dekret jedoch wieder auf. Die Sperre ist aufgehoben: Betroffene können ihre Gelder nun wieder in Rubel auszahlen lassen und frei darüber verfügen.
Strafverfahren in Russland: Der Charity-Chefin Lida Moniava drohen bis zu 10 Jahre Haft wegen angeblicher „Diskreditierung der Armee“. Sie legt ihr Amt nieder.
In diesem September entscheidet Russland über die Zusammensetzung seiner nächsten Staatsduma. Ein Machtwechsel zeichnet sich nicht ab. Spannender ist, welche Parteien hinter „Einiges Russland“ an Gewicht gewinnen und wie offen der Kampf um Platz zwei tatsächlich ist.
Einen Studienplatz an einer renommierten oder auch nur guten Universität in Russland zu bekommen, wird immer schwieriger. Doch die diesjährige Zulassungskampagne wird definitiv in die Geschichte eingehen. Wie kommen frische Schulabgänger an die Universitäten? Der Weg zur Hochschulbildung in Fragen und Antworten.
In Russland ist ein Gesetz in Kraft getreten, das die Rechte von im Ausland lebenden Russen einschränkt, sofern sie in Abwesenheit verurteilt oder mit einer Geldstrafe belegt wurden. Sie verlieren die Möglichkeit, einen Auslandspass zu erhalten, Wohnungen und Fahrzeuge in Russland zu verkaufen sowie über ihre Kontoguthaben zu verfügen.
Nach den jüngsten Meldungen könnte der Eindruck entstehen, dass sämtliche Kontakte zwischen Russland und Deutschland abgebrochen sind. Doch dem ist nicht so. Ein beredtes Zeugnis dafür liefert eine Geschichte, die Hermann Krause, Leiter der Repräsentanz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Russland, der MDZ zur Veröffentlichung angeboten hat.
Die Ereignisse der vergangenen Woche haben einmal mehr daran erinnert, in welcher Zeit wir leben. Nach der Meldung über die Schließung des Russischen Hauses in Berlin kam sofort die Antwort: Die Mitarbeiter des Goethe-Instituts in Russland müssen ihre Koffer packen. Das Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ funktioniert einwandfrei.
Der Leipziger André Voigt (46), geboren in Meuselbach, Thüringen, ist Tischler von Beruf und kein professioneller Sportler. Aber wenn er sich ein Ziel setzt, dann ist er auch so hartnäckig wie ein Olympiasieger. Im Gespräch mit der MDZ erzählt er von zwei Leidenschaften: Russlandliebe und Radfahren.
Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff hat seinen Hut gezogen.
Der Vorhang fällt. Der Saal leert sich. Die Schritte verstummen. Doch ein wahrer Künstler bleibt im Licht. Katharina Schmeer war genau eine solche Künstlerin. Schauspielerin. Regisseurin. Dramatikerin. Pädagogin. Eine Legende der deutschen Bühne. Für viele vor allem: eine Lehrerin. Am 18. September wäre sie 69 Jahre alt geworden.
Im Vorfeld des 28. August, dem 85. Jahrestag des Erlasses des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“, berichtete die MDZ-Redaktion über ihre tägliche Arbeit mit Anfragen zur Deportation und Arbeitsarmee (Trudarmee).
Am Tag der Erinnerung und Trauer der Russlanddeutschen am 28. August suchen viele die Gedenkkreuze für die Opfer politischer Verfolgung auf. Ein solches Kreuz hätte auch im Dorf Gam in der Republik Komi stehen können. Sergej Charjukow fertigte es eigenhändig an – aufstellen durfte er es nicht. Am 27. Februar 2026 starb er.
Gespräche auf Deutsch und Russisch, fröhliches Lachen, der Duft von Kreppeln aus der Sommerküche und ein vertrautes Lied auf dem Akkordeon: So feierte am 25. Juli in Asowo das „Haus eines Sibiriendeutschen“ seine Eröffnung. Es bildet den Auftakt eines ambitionierten Kulturprojekts: des „Deutschen Hofes“, der derzeit im Gebiet Omsk entsteht.
Dort dampft der Boden, Vulkane ragen bis in die Wolken, Wasserfälle stürzen in tiefe Schluchten und heiße Quellen brodeln zwischen schwarzen Lavafeldern. Kamtschatka ist eine Landschaft, die man mit allen Sinnen erlebt.
In Sowjetzeiten wurden große Denkmäler für Lenin, Komsomolzen und Kriegshelden bevorzugt. Im neuen Russland kamen mehr und mehr Mini-Denkmäler auf. In den letzten Jahren hat sich ein Trend herausgebildet: kleine Skulpturen, die über die ganze Stadt verstreut sind und Bewohner und Gäste zu einer Suche einladen.
In Moskau wurde nach mehreren Jahren des Wartens endlich die Dauerausstellung des Verkehrsmuseums eröffnet. Sie befindet sich in einem historischen Gebäude – einer Garage für Lastwagen, die von einem der Hauptvertreter der russischen Avantgarde, Konstantin Melnikow, erbaut wurde.
Vor 70 Jahren, am 31. Juli 1956, wurde das Moskauer Stadion Luschniki eröffnet. Seitdem ist dieser Name ein Inbegriff des Sports. Doch seit Ende des Frühlings reißen die Debatten um die neueste Etappe der Modernisierung von Luschniki nicht ab. Viele Sportler sind unzufrieden, die Party-Szene hingegen weiß das neue Erscheinungsbild des Areals rund um das Hauptstadion des Landes durchaus zu schätzen.
Im Zentrum „Sotow“ wurde eine Ausstellung mit dem lakonischen Titel „Brot“ eröffnet, die der Geschichte des Brotes in Russland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. Die Exposition ist wie ein Märchen aufgebaut, dessen Hauptfigur das Brot ist, das vom Land in die Stadt gezogen ist.
Die Datschensiedlung Kratowo ist einer der Traumorte, an denen man unbedingt ein eigenes Häuschen haben möchte. Die Bewohner leben hier seit vielen Generationen und kennen die Geschichte des Ortes gut. Machen wir einen kleinen Spaziergang mit einem Einheimischen.