Die Wolga als Symbol der Heimat: IVDK feiert 35 Jahre in Samara

Das Forum-Festival anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK) fand im Juni in Samara statt. Zeit und Ort wurden nicht zufällig gewählt: Am 28. Juni 1991 wurde der Verband gegründet. In Samara ist eine der aktivsten Mitgliedsorganisationen des IVDK tätig – das Regionale Zentrum für deutsche Kultur „Hoffnung“, und die Geschichte der Region ist eng mit dem Schicksal der Wolgadeutschen verflochten.

„Wo die Wolgawellen“ in der Interpretation des Ensembles „Edelweiss“ aus Samara (Foto: Maxim Tyrin)

So wurde die Wolga als Symbol der Heimat zum Leitmotiv des Festivals. Zum Beispiel eröffneten die Veranstalter im Kino „Chudoschestwenny“ die Ausstellung „Erbe in Farben“. Diese zeigt Werke von russlanddeutschen Künstlern. Denn der IVDK organisiert im Wolga-Gebiet regelmäßig Kunstwerkstätten. Dabei stehen Kirchen, Wohnhäuser und Fabriken im Mittelpunkt. Deutsche bauten diese Gebäude einst an der Wolga.

Bei der Eröffnung der Ausstellung (Foto: Maxim Tyrin)

Danach folgte der Höhepunkt des Festivals: ein großes Galakonzert. Über 80 Künstler aus zwölf Städten spielten dort auf. Das Publikum hörte viele bekannte Klassiker. Zunächst sang das Ensemble „Edelweiss“ aus Samara das Lied „Wo die Wolgawellen“. Außerdem spielte die Vokalgruppe „Erika“ die schwungvolle „Hopsapolka“. Auch das Vokalensemble „Veilchen“ trat auf. Ihr Stück ist nun das Leitmotiv eines neuen IVDK-Dokumentarfilms. Zum Schluss sang Maria Kindsvater aus Moskau das Lied „Die Wolga fließt“. Sie präsentierte den sowjetischen Film-Klassiker diesmal auf Deutsch.

Maria Kindsvater aus Moskau singt das Lied „Die Wolga fließt“ (Foto: Maxim Tyrin)

Zusätzlich feierte die Tanzminiatur „Zwischen den Epochen“ ihre Premiere. Die Theatergruppe „Jugendstadt“ aus Marx zeigte das Stück. Dabei trat die Gruppe im Ethnopark der Völkerfreundschaft auf. Die Aufführung verzichtete komplett auf Worte. Stattdessen vermittelten Tanz und Musik das dramatische Schicksal der Russlanddeutschen. Die Regisseurin Daina Gindemit erklärt die Bedeutung des Stücks. Ihr zufolge muss die junge Generation eines verstehen: die heutige russlanddeutsche Bewegung existiert nur dank der großen Ausdauer der Vorfahren.

Die kreative Theatergruppe „Jugendstadt“ zeigt ihre Tanzminiatur „Zwischen den Epochen“ (Foto: Maxim Tyrin)

Olga Silantjewa

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