
Für die naive Kunst hat das Zarizyno-Museum das gesamte zweite Obergeschoss seines Ausstellungsraums „Hlebny Dom“ zur Verfügung gestellt. Und man kann dort fast den ganzen Tag verbringen, denn diese Ausstellung möchte man in allen Details betrachten.
Die naive Kunst ist eine Erscheinungsform des künstlerischen Primitivismus. Naive Kunst – das sind Werke von Autodidakten, von talentierten Schöpfern, die keiner professionellen oder traditionellen Schule angehören, die eine natürliche Begabung zum Schaffen besitzen, aber aufgrund ihrer Lebensumstände keine systematische Fachausbildung erhalten haben.
Die Ausstellung in einem so großen staatlichen Museum wie Zarizyno verfolgt das ehrgeizige Ziel zu zeigen, dass die naive Kunst keineswegs so naiv ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, und dass sich hinter der äußerlichen Einfachheit und Schlichtheit oft ein tiefer, vielschichtiger Inhalt verbirgt.

Den Besuchern wird zunächst gezeigt, wo die Wurzeln der naiven Kunst liegen. Sie entspringt dem volkstümlichen Handwerk und dem ganz natürlichen menschlichen Wunsch, das eigene Zuhause zu verschönern. Stickereien auf der Kleidung, mit Mustern bemalte Gebrauchsgegenstände, zufällig entdeckte und irgendwo abgezeichnete Illustrationen auf Möbeln – all das nährt die naive Kunst und das volkstümliche Schaffen.
Und es kommt noch besser. Die Werke der naiven Künstler wurden in mehrere Themenbereiche unterteilt: Wie im Museum, Romantik des Alltags, Träume vom Überfluss, Wünschen Sie ein Porträt?
Klassiker neu interpretiert: Von Botticelli bis Wasnezow
Romantik des Alltags: Nostalgie und sowjetische Träume
Ikonen im Untergrund: Die verborgene Tiefe der Naiven Kunst
Ljubawa Winokurowa


