Das Brot
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„Das Brot“: Deutsche Prinzipien unter russischen Bedingungen

Der deutsche Gastronom Konstantin Kissmann, der aus Hamburg nach Moskau kam, eröffnete seine Bäckerei „Das Brot“ in einem Gebäude der ehemaligen Spirituosenfabrik „Kristall“. Auf deutscher Disziplin, handwerklicher Technologie und einer persönlichen Philosophie baute er ein Unternehmen auf. Und das funktioniert auch trotz logistischer Schwierigkeiten und instabiler Lieferketten.

Adenauers Moskau-Besuch
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Die „Freilassung“ der Sowjetdeutschen vor 70 Jahren

Nur drei Monate nach Konrad Adenauers Moskau-Besuch hob die Sowjetführung am 13. Dezember 1955 das Sondersiedlungsregime für die Deutschen der UdSSR auf – 14 Jahre nach dessen Einführung. Ab Januar 1956 entfiel die tägliche Meldepflicht. Doch die Rückkehr in die historische Heimat blieb den Deutschen verwehrt.

Balzer
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Ein unbequemes Erbe: Balzer

In der Stadt Krasnoarmejsk in der Region Saratow beschloss die Stadtverwaltung, ein erst 2023 im Rahmen des staatlichen Projekts „Fäden der Geschichte“ aufgestelltes Kunstobjekt – das Wort „Balzer“ in kyrillischer Schreibweise – zu entfernen. Mit diesem Kunstobjekt wollten die Einwohner von Krasnoarmejsk den deutschen Siedlern gedenken, die dort 1765 die Kolonie Balzer gründeten.

Soswa
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Auf der Suche nach dem schwindenden Licht

Beim Schreiben ihrer Abschlussarbeit über den Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2011) von Eugen Ruge beschloss die Moskauer Studentin Tiffany Kexel, über den Text hinauszugehen – und reiste nach Soswa. Dort, im Sewural-Arbeitslager, war einst der Vater des Schriftstellers, Wolfgang Ruge, inhaftiert gewesen. In dieser abgelegenen Gegend des Urals hallte plötzlich das Echo ihrer eigenen Familiengeschichte wider.

Die Direktorin des Mordwinow-Schauspielhauses Jelena Pekar (geb. Karl) in der Rolle der Konzertmeisterin in „Sylva“ (Foto: Mordwinow-Schauspielhaus von Workuta)
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Jelena Pekar: Weitererzählen statt neu anfangen

Ein Stück über das Theater im Gulag hinter dem Polarkreis – und die „Goldene Maske“, die Premiere im Zentrum von Moskau. Das Finale in Stille – in Erinnerung an diejenigen, die unter unmenschlichen Bedingungen den Zuschauern Lebensfreude schenkten. Wie das Schauspielhaus von Workuta eine fast vergessene Geschichte zurück ins Licht holte, erzählt seine Direktorin Jelena Pekar im Interview.

Sylva. Bis zur Premiere
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Von der Hölle auf die Bühne: das Schauspielhaus in Workuta

Im Oktober zeigte das Mordwinow-Schauspielhaus aus Workuta in Moskau und St. Petersburg zum ersten Mal das Stück „Sylva. Bis zur Premiere“, das dieses Jahr mit dem wichtigsten Theaterpreis Russlands – der „Goldenen Maske“ in der Kategorie „Beste Arbeit eines Dramatikers“ – ausgezeichnet wurde. Die MDZ hat sich dieses „Poem über das Theater“ in Moskau angesehen.

Neudorf
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Neudorf bei St. Petersburg: Von der Kolonie zur Modellsiedlung

Am 26. September 2000 wurde in Neudorf-Strelna bei St. Petersburg das erste Baby geboren – und damit ein modernes deutsches Dorf „offiziell“ gegründet. Fast genau 190 Jahre zuvor war es genauso: Das erste Kind der Kolonie Strelna markierte 1810 den Anfangspunkt für eine Siedlung, die später im Krieg unterging. Ein Ort, zwei Epochen – und der Wille, nicht vergessen zu werden.