Zu Fuß durch Russland

Das Ehepaar Tamara Pogosjan und Pawel Schabalin hat sich ein unglaubliches Ziel gesetzt: zu Fuß von Moskau nach Wladiwostok zu gehen. Am entferntesten Punkt Russlands werden sie zu Neujahr ankommen.

Tamara Pogosjan und Pawel Schabalin auf dem Weg   (Foto: family_walk_rf / Telegram)

Spontane Entscheidung: Wie die Fußreise durch Russland begann

Pawel und Tamara leben in Moskau, beide arbeiten im Consulting-Bereich. Zu ihrer Fußreise entschlossen sie sich spontan und praktisch ohne Vorbereitung. Die Idee kam Pawel am 7. Januar 2026 nach dem Anschauen eines YouTube-Videos. In dem Video durchquerte ein Mann sein Land zu Fuß. Pawel war sehr inspiriert und schlug Tamara vor, eine eigene solche Reise zu unternehmen. Zuerst dachte sie, es sei ein Scherz, aber dann begann das Paar, sich in die Frage einzuarbeiten: Wer war schon solche Strecken zu Fuß gegangen und wie ist das technisch möglich? Am 19. Januar machten sie sich direkt vom Roten Platz aus auf den Weg.

Sie legen täglich beeindruckende 30 bis 40 Kilometer zurück und schaffen es sogar noch zu arbeiten. Ihr Ziel ist es nicht, einen Rekord aufzustellen, sondern sich selbst zu testen und die Regionen Russlands kennenzulernen.

Vorbereitung und Route: Minimalistisch planen, strategisch starten

Die Vorbereitung dauerte etwa eine Woche. Die jungen Leute kauften die notwendige Ausrüstung und Gadgets für die Wanderung und planten eine ungefähre Route. Der größte Teil davon verläuft entlang von Autobahnen – das ist viel schneller, als zum Beispiel durch Dörfer zu gehen.

„Wir sind extra im Winter losgegangen, um Sibirien in der warmen Jahreszeit zu erreichen. Während wir unterwegs sind, wird gerade der Frühling beginnen, und der Weg wird viel einfacher werden. Ich denke, die stärksten sibirischen Fröste werden wir am Ende doch nicht erleben.

„Eine spezielle körperliche Vorbereitung hatten wir nicht – nur gelegentliches Fitness-Training, mehr nicht. Das Einzige, was wir vor dem Start gemacht haben, war eine Teststrecke in Moskau an einem einzigen Tag. Das waren ungefähr 20 Kilometer, und wir gingen bereits mit den Rucksäcken, die komplett mit den Dingen gefüllt waren, die wir auf die Reise mitnehmen wollten. Das war wohl unser gesamtes Training“,erzählt Tamara.

Ausrüstung und Alltag: Ultraleichtes Gepäck bei 30–40 km täglich

An Ausrüstung haben die Reisenden das Allernotwendigste dabei – ein Verlängerungskabel, Schuh-Trockner und Ladegeräte für alle Geräte: Handys, Powerbanks und Kameras. An Kleidung nehmen sie nur das absolute Minimum mit: Socken und Unterwäsche zum Wechseln. Thermounterwäsche und das Hauptkleidungsset tragen sie immer an sich – die Sachen werden einfach im Hotel gewaschen und am nächsten Tag wieder angezogen. Außerdem haben sie eine Reiseapotheke mit einem minimalen Medikamentensatz sowie Hygieneartikel dabei.

99 Tage unterwegs: Erfahrungen, Gastfreundschaft und erste Ergebnisse

Das Ehepaar läuft ausschließlich zu Fuß. Heute ist ihr 99. Reisetag, sie haben Tjumen erreicht. Von ihren Abenteuern berichten sie in den sozialen Medien. Sie werden überall herzlich empfangen – manchmal dürfen sie kostenlos in Hotels und Gästehäusern übernachten. Selbst innerhalb der Städte bewegen sich die beiden überall zu Fuß, um ihre eigenen Regeln nicht zu brechen. Während der Reise hat Pawel 13  Kilogramm abgenommen, Tamara 5 Kilogramm.

Ernährung, Übernachtung & Tipps für eigene Weitwanderungen

Sie sagen, dass ihre Hauptmahlzeit das Frühstück ist – es ist immer sehr reichhaltig. Und dann, je nachdem, wie es sich ergibt. Wenn sie unterwegs die Möglichkeit haben, zu Mittag zu essen, dann bestellen sie unbedingt eine Suppe, ein Hauptgericht und einen Salat.

Sie machen alle 10 Kilometer eine Pause und buchen Unterkünfte nie im Voraus, weil man nicht vorhersagen kann, wie der Tag verlaufen wird. Manchmal müssen sie an Tankstellen übernachten – das gehört zum Abenteuer.

„Der wichtigste Rat: Wenn ihr eine solche Reise beginnt, hört nur auf euch selbst und auf niemanden sonst. Es wird immer Leute geben, die euch davon abbringen wollen oder dagegen sind. Aber wenn man ein Ziel hat, darf es keine Hindernisse geben. Man kann Ratschläge annehmen, aber das entscheidende Wort sollte immer bei euch selbst liegen“, sagen Tamara und Pawel.

Ljubawa Winokurowa

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