
Das Kasan-Forum 2026 hat sich erneut als das wichtigste Fenster etabliert, durch das Russland auf die islamische Welt blickt – und umgekehrt. Die Zahlen sind beeindruckend: rund 10.000 Teilnehmer, 250 Ehrengäste und 529 Journalisten aus 20 Ländern. Das Ergebnis: 163 Vereinbarungen, darunter 86 internationale sowie 70, die von der gastgebenden Republik Tatarstan unterzeichnet wurden. Erstmals fand im Rahmen des Forums die Ausstellung „Projekte Russlands“ statt, die 152 Initiativen präsentierte. Die Kooperationsmesse brachte 200 Unternehmen aus zehn Ländern zusammen.
Das Geschäftsprogramm umfasste 133 Sitzungen mit 925 Referenten – kaum vorstellbar, wie all diese Beiträge zeitlich untergebracht wurden. Auf der Agenda standen klassischerweise islamkonforme Finanzen, Logistik (ein derzeit besonders brisantes Thema), Digitalisierung und weitere Zukunftsfelder. Doch die bildstärksten Momente lieferten die kulturellen Veranstaltungen: Die Messe „Kasan Halal Market“ lockte laut Angaben der Organisatoren 35.000 Besucher an. Beim „Modest Fashion Day“ präsentierte sich auf dem Laufsteg Kleidung im bedeckten Stil, und auf der Kasaner Rennbahn fanden – erstmals im Forum-Rahmen – die Pferderennen „Business im Sattel“ statt.
Die Veranstaltung war eindeutig ein Erfolg. Und genau solche Formate braucht Russland derzeit. Die Staaten der islamischen Welt gelten heute wohl als die begehrtesten Gesprächspartner für russische Entscheidungsträger. Und sie sind finanzstarke Gesprächspartner – ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die Republik Tatarstan erweist sich dabei als die ideale Plattform – was das Kasan- Forum einmal mehr unter Beweis gestellt hat.
Goscha Haimow


