Bilderstrecke: Russlands neue Armee-Kathedrale

Schon vor seiner Eröffnung hat der beeindruckende Neubau nahe Moskau für Aufregung gesorgt. Bilder von der Baustelle verdeutlichen das Ausmaß des riesigen Projekts.

Eigentlich war es wohl als ein Bild für die Ewigkeit gedacht: Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schojgu, umgeben von einer glücklichen Menschenmenge samt russischem Fahnenmeer. Zusammen mit anderen Größen aus Politik und Militär sollte der Kremlchef auf den Wänden der neuen Armee-Kathedrale erstrahlen.

Doch aus alledem wird nichts mehr. Wie die orthodoxe Kirche jüngst erklärte, soll das Staatsoberhaupt nun doch keinen Platz im Mosaik finden. Schuld daran ist weniger der Trubel, für den das Kunstwerk in der Öffentlichkeit sorgte, als vielmehr die Muse selbst. Putin hatte auf die für ihn vorgesehene Ehre nämlich eher zurückhaltend reagiert. „Eines Tages werden die dankbaren Nachkommen unsere Verdienste zu schätzen wissen, aber dafür ist es jetzt noch zu früh“, so der russische Präsident.

Dem Kreml-Chef hat es nur bedingt gefallen: Das umstrittene Mosaik für die neue Kirche der russischen Streitkräfte. (Foto: Rat für die künstlerische Gestaltung der Armee-Kathedrale)

Doch auch ohne Putin-Mosaik ist die neue Kathedrale zum 75-jährigen Sieg über die Nationalsozialisten etwas Außergewöhnliches. Fast 100 Meter ragt die Spitze des heiligen Gebäudes in den Himmel. Das gesamte Kirchenareal umspannt beeindruckende 11.000 Quadratmeter. An Prunk, Festlichkeit und Stolz mangelt es dem riesigen Bau nicht. Darüber, ob ein Stalin-Mosaik seinen Weg in die heiligen Mauern finden wird, diskutiert man in Russland übrigens noch.

Ursprünglich sollte die Armee-Kirche zur Siegesfeier am 9. Mai ihre Tore öffnen. Wegen der Covid-19-Pandemie wurde die Einweihung jedoch auf ungewisse Zeit verschoben. Die Nachrichtenagentur der Stadt Moskau bietet aber schon jetzt erste Eindrücke von dem, was auf die Besucherinnen und Besucher eines Tages zukommen wird.

Patrick Volknant

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