Ein Requiem für die Märtyrer

Eine neue Moskauer Ausstellung gedenkt Geistlichen, die Widerstand gegen das Nazi-Regime geleistet haben. Sie wurde mit einem feierlichen Konzert in der Moskauer lutherischen Peter-und-Paul-Kathedrale eröffnet.

Ein Requiem für die Märtyrer: eine Ausstellung zu Ehren der Opfer des Nazi-Regimes
Erzbischof Dietrich Brauer (Mitte) bei der Ausstellungseröffnung

Mit einem Konzert wurde Anfang September in der lutherischen Peter-und-Paul-Kathedrale in Moskau die Ausstellung „Christliche Märtyrer – Opfer des Nationalsozialismus“ eröffnet. Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes erinnert sie an Geistliche verschiedener Konfessionen, die Widerstand gegen das Regime geleistet haben.

Zu sehen sind Fotos und Kurzbiografien dieser mutigen Menschen, darunter der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, das Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ Alexander Schmorell, der aus dem russischen Orenburg stammte und von der russisch-orthodoxen Kirche als Neumärtyrer verehrt wird, sowie der katholische Pfarrer Bernhard Lichtenberg, der nach der Reichspogromnacht für die verfolgten Juden betete.

Grußworte von Angela Merkel und Wladimir Putin

Als sich die Bänke der Kathedrale mit dem angemessenen Abstand zueinander füllten, begann der feierliche Teil. Es wurden Grüße der deutschen Bundeskanzlerin, des russischen Präsidenten und der britischen Prinzessin Anne verlesen. Dietrich Brauer, Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, und Sergej Stepaschin, Vorsitzender der Kaiserlich Orthodoxen Palästina-Gesellschaft und ehemaliger Ministerpräsident Russlands, sprachen zu den Zuhörern.

Aber alles kam zum Stillstand, als die Musik einsetzte. Das „deutsche Requiem“ von Johannes Brahms war angesichts des Aufführungszeitpunkts und -ortes vielleicht die beste Wahl. Protestantischer Choral, der Text – Zitate aus der Bibel in Luthers Übersetzung. Aber wie der Komponist selbst schrieb, hätte er das Wort „deutsch“ gerne durch „menschlich“ ersetzt.

Igor Beresin

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