Gesellschaft

Meine Zeit als Niemand

Der Wehrdienst gilt vielen in Russland als Lebensschule. Anderen graut es davor. MDZ-Chefredakteur Igor Beresin hat seine Armeezeit einst relativ unbeschadet überstanden. Doch dass Eltern in Sorge um ihre Söhne sind, wenn die eine Uniform anziehen, kann er gut verstehen.

Zeitgeschehen

Vom Donbass nach Moskau: Kein Entkommen vor dem Krieg

Russlands „Sonderoperation“ hat Präsident Putin unter anderem mit dem „Genozid“ an den Menschen im Donbass begründet. Nach acht Jahren Krieg wolle man „Frieden“ schaffen. Was war das für eine Zeit, seit sich zwei „Volksrepubliken“ von der Ukraine abgespalten haben? Tatjana, die inzwischen in Moskau lebt, lässt das Geschehen bis heute nicht los.

Russlands Nachbarn

Shurnuch: Ein Dorf in zwei Ländern

Die Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan streiten seit Jahrzehnten um Bergkarabach. Was zu Sowjetzeiten eine autonome Provinz auf aserbaidschanischem Gebiet war, brachten Anfang der 1990er Jahre armenische Streitkräfte unter ihre Kontrolle. Außerdem besetzten sie sieben umliegende Regionen. Die verlor Armenien im Ergebnis eines neuerlichen Krieges vor einem Jahr wieder. Nun liegt die Gemeinde Shurnuch in den Kaukasusbergen mitten auf der neuen Grenze.

Zeitgeschehen

Viel mehr als nur ein Arbeitsplatz: Das Russland von Nikolai von Seela

Wollte man die deutsch-rus­sischen Beziehungen personalisieren, dann wäre Nikolai von Seela (64) ein idealer Kandidat. Der heutige Chef von Liebherr in Russland hat nicht nur familiäre Wurzeln in beiden Ländern, er kam auch schon 1983 nach Moskau – und will inzwischen nicht mehr weg. Ein Intermezzo in Nizza hat den Deutschen darin nur noch bestärkt. Über Russland kann der Manager leidenschaftlich sprechen, wie dieses Gespräch mit der MDZ – eines seiner seltenen Interviews – beweist.

Russlands Nachbarn

Flüchtlinge aus Bergkarabach: Rückkehr in Trümmer

Als Armenien und Aserbaidschan das letzte Mal Krieg um Bergkarabach führten, fiel die kleine Region auf aserbaidschanischem Staatsgebiet Anfang der 1990er Jahre in die Hände der Armenier, die auch noch angrenzende Gebiete unter ihre Kontrolle brachten. Jetzt hat Aserbaidschan in einem zweiten Krieg den alten Status quo zu großen Teilen wiederhergestellt. Hunderttausende Flüchtlinge hoffen auf eine baldige Rückkehr.

Kultur

Kriegsromantik in Öl

„Tschetschenien, Ossetien, Donbass“ nannte sich eine Ausstellung, die im September fast eher versteckt als präsentiert wurde. Die Bilder von Maxim Fajustow zeigen Szenen aus Kriegen der Gegenwart. Ohne Anklage, aber auch frei von Heroisierung.

75 Jahre Kriegsende

Weil Liebe stärker ist als Hass: Eine russisch-deutsch-finnische Geschichte über Krieg und Frieden

Russen, Deutsche und Finnen kämpften im Krieg auf verschiedenen Seiten. Oder wurden wegen ihrer Nationalität praktisch über Nacht zu inneren Feinden erklärt. Die Autorin und Journalistin Katha­rina Martin-Virolainen trägt alle drei schon im Namen, denn ihre Familiengeschichte ist russisch-deutsch-finnisch. In einem Essay für die MDZ schreibt sie über ihren letzten 9. Mai in Russland, wo sie aufgewachsen ist, und ihr heutiges Verhältnis zu diesem Tag in Deutschland.

75 Jahre Kriegsende

Hermann Krause: Mein Name steht auf vielen Gräbern in Russland

Hermann Krause wird täglich an den Krieg erinnert. Dessen furchtbare Folgen für Millionen Schicksale sind seine Arbeit. Der 67-jährige frühere WDR-Hörfunkreporter, der seit 1989 aus Russland berichtete, ist heute Büroleiter des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Moskau. Für die MDZ hat er seine Gedanken zum 9. Mai aufgeschrieben.