Moskau, du träumst von mir

Egal ob Spielzeug, Schrank oder ein Hemd. Scheinbar banale Alltagsgegenstände prägten früher ganze Generationen. Das Museum Moskaus will mit der Ausstellung „Träume Moskaus“ das Verhältnis der Gegenstände zum Menschen neu interpretieren.

Traum

Die Installation „Diskotraum” © Pressedienst Museum Moskau

ich den Dingen eine emotionale Bedeutung verleiht. Das Museum Moskaus wagt mit der Ausstellung „Träume Moskaus“ ein Experiment und will dieses Verhältnis umkehren. Aus den Lagerbeständen des Museums schufen die Kuratoren 13 Installationen, die von den Menschen, die sie einst benutzten, träumen sollen.  Der Betrachter soll die spezifische Kraft spüren, welche den Dingen der Vergangenheit innewohnt. Für die Ausstellungsmacher ist diese Vergangenheit die Sowjetunion. Denn der damalige Mangel führte dazu, dass die Menschen auch zu den banalsten Dingen eine emotionale Beziehung aufbauten.

So taucht der Besucher in der Installation „Neujahrstraum“ in eine spiralförmig aufgebaute Wohnzimmereinrichtung ein, die sich gerade auf den Silvesterabend vorbereitet. Ungewollt entführen einen die Schrankwände und Tische in das wichtigste Familienfest der Russen.

Ein Spiel mit der Vergangenheit

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet das Thema „Aufwachsen in der Sowjetunion“. Der „Kindheitstraum“ kommt in Form eines Mobiles daher und lädt den Besucher zum Spielen ein.

Die Installation „Diskotraum“ hingegen spielt mit der Wahrnehmung des Betrachters. Sie zeigt die bekannte Zeichentrickfigur „Krokodil Gena“, die in verschiedenen Ausführungen zu tanzen scheint. Aber nicht zur beliebten Rockmusik der 1980er Jahre, wie es das zur Installation gehörende Logo der Olympischen Spiele suggeriert, sondern zu einem Gutenachtlied. 

„Träume Moskaus“ will nicht nur Gefühle bei den Betrachtern wecken, sondern auch einen Teil des alten Moskaus erhalten. Ein Besuch ist auch für Zugezogene eine gute Gelegenheit, sich mit der Kultur der Stadt vertraut zu machen. 

Die Ausstellung „Träume Moskaus“ ist noch bis zum 20. März 2019 im Museum Moskaus, Subowskij Bulwar 2, zu sehen.

Daniel Säwert

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