Die Künstlerdynastie Maniser: Ehrung in neuer Monographie

In der Neuen Tretjakow-Galerie wurde am 18. Oktober die Ausstellung „Die Dynastie Maniser“ feierlich eröffnet. In diesem Rahmen fand auch die Vorstellung der Monographie „Maniser. Dynastie der Künstler“ statt.

Nina Puljachina-Maniser in der Neuen Tretjakowgalerie
Nina Puljachina-Maniser stellt „Maniser. Dynastie der Künstler“ vor. (Asja Dobrowolskaja)

Wer regelmäßig in der Moskauer Metro unterwegs ist, hat zumindest aus dem Augenwinkel schon einmal die Skulpturen Matwej Manisers gesehen. Sie zieren die berühmte Station am Ploschtschad Rewo­ljuzii. Von Matrosen über Kolchosarbeiter bis hin zu Soldaten sind alle bedeutenden Symbolfiguren der frühen Sowjetunion sind vertreten. Besonders berühmt ist die Hundestatue, deren Nase jeder streichelt, der gerade eine extra Portion Glück gebrauchen kann.

Der Name Maniser ist aber keineswegs nur mit der sowjetischen Vergangenheit eng verknüpft. Bei der Familie handelt es sich vielmehr um eine russlanddeutsche Künstlerdynastie. Ihre Geschichte spannt sich vom russischen Zarenreich bis in heutige Tage. Sie geht zurück auf den 1847 in Memel geborenen Maler Heinrich Maniser. Der emigrierte nach Russland, wo er zum angesehenen Künstler wurde.

Würdigung durch Ausstellung und Monographie

In mittlerweile dritter und vierter Generation führen die Künstlerinnen Nina Puljachina-Maniser und Olga Maniser das Erbe ihrer Familie fort und machen sich um die öffentliche Erinnerung an sie verdient. Nina Puljachina-Manisers Monographie „Maniser. Dynastie der Künstler“ fasst nun die bewegte Geschichte des Hauses zusammen und bietet einmalige Einblicke in die Arbeit seiner Angehörigen.

Am 18. Oktober wurde der Band im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Die Dynastie Maniser“ in der Neuen Tretjakow-Galerie präsentiert. Insgesamt sind dort acht Skulpturen von Matwej Maniser und seiner Frau Jelena JansonManiser in die Dauerausstellung integriert. „Wir haben die Werke so ausgewählt, dass sie nicht nur die Kunst der Manisers, sondern auch die Epoche ihres Schaffens erhellen“, erklärt die Kuratorin Irina Sedowa.

Brücke zwischen den Kulturen

Ausstellung und Monographie feiern die Arbeit der Manisers. Diese hatte enormen Einfluss auf die Kunst in der Sowjetunion und nimmt gleichzeitig eine herausragende Stellung innerhalb der russisch-deutschen Kultur ein. Eine Reihe von Festrednern, da­runter der deutsche Botschafter Dr. Géza Andreas von Geyr, wiesen auf die Doppelbedeutung der Familie Maniser hin. Ihre Kunst spiegelt laut Geyr die bewegte Geschichte Russlands über die letzten anderthalb Jahrhunderte wider und stellt eine einzigartige kulturelle Brücke zwischen Russland und Deutschland dar.

Umso wichtiger ist die Würdigung der Dynastie in einer eigenen Hochglanzpublikation. Mit ihrer Fertigstellung nimmt ein fünf Jahre langer, intensiver Arbeitsprozess sein Ende. Die Idee wuchs zunächst im Laufe mehrerer Gespräche Nina Puljachina-Manisers mit der ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK), Olga Martens, heran. Dann begann die lange Arbeit in den Archiven und Ateliers der Familie.

Inspiration für junge Künstler

Neben Nina Puljachina-Maniser und dem IVDK beteiligten sich auch Museen in Omsk, Tscheljabinsk, Chanty-Mansijsk, Sankt Petersburg und Moskau an der Realisierung des Projektes. Das betonte Olga Martens in ihrer Rede auf der Gala. In Omsk und Chanty-Mansijsk folgten außerdem eigene Ausstellungen, die ähnlich wie in der Neuen Tretjakow-Galerie die Kunst der Manisers einem neuen Publikum zugänglich machten.

Für Nina Puljachina-Maniser bedeutete die Arbeit auch eine intensive Immersion in die Kunst ihrer Vorfahren. „Ich lebte mit und in ihren Werken“, erklärt sie im Interview mit der MDZ. Am Abend der Eröffnung sieht man ihr die Freude über den Ertrag deutlich an.

Dieser kann von nun an bis zum 19. Januar in der Neuen Tretjakow-Galerie und zu jeglicher Zeit in Buchform genossen werden. werden die herausragenden Errungenschaften der Manisers sicherlich noch viele weitere Genera­tionen von Künstlern prägen. Egal ob im Museum oder in Print, die herausragenden Errungenschaften der Manisers werden somit noch viele weitere Genera­tionen von Künstlern prägen.

Thomas Fritz Maier

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