
Das Echo der Benzinkrise auf Telegram:
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erwähnt den Einschlag einer Drohne in die Raffinerie im Stadtteil Kapotnja am 16. Juni, sieht darin aber keine Tragödie – im Gegensatz zu zahlreichen Kommentatoren. „In den letzten 24 Stunden setzen feindliche Drohnen ihre Angriffe auf Moskau fort. Eine der Drohnen hat ein Objekt auf dem Gelände der Ölraffinerie beschädigt. Es gibt keine Verletzten. Die Rettungsdienste arbeiten am Einsatzort.“
Entspannt hat die Lage auch die Meldung über die Aufhebung der Beschränkungen für den Benzinverkauf an den Tankstellen von Tatneft. Der Telegram-Kanal „Die blutige Herrin“, das Projekt der bekannten Bloggerin Xenija Sobtschak, berichtet: „Bei Tatneft hieß es, dass jetzt alle Beschränkungen für den Benzinverkauf aufgehoben wurden. An der Hotline fügte man hinzu, dass man den Treibstoff auf alle Arten bezahlen kann: mit Karte, bar und über die App. Zuvor hatte ,Achtung, Nachrichten‘ berichtet, dass in vielen Regionen des Netzes Beschränkungen eingeführt wurden.“
„Telegrama der RZD“ meldet: „Zur unterbrechungsfreien Versorgung der Regionen mit Treibstoff arbeitet bei der RZD (Russische Bahn) ein Koordinierungsstab. Seine Hauptaufgabe ist es, die stabile Annahme von Ölfrachten zum Transport unter Berücksichtigung der aktuellen Lage zu gewährleisten. Besonders im Fokus steht die Versorgung der Flughäfen mit Kerosin. Die Logistik wird so aufgebaut, dass ein Treibstoffmangel ausgeschlossen wird.“
Zumindest vorübergehend können diese positiven Nachrichten die Spannung (vor allem in Moskau, wo Autobesitzer nicht Schlange an Tankstellen stehen) senken. Doch neben der Frage nach der ausreichenden Menge der Lieferungen beunruhigt die Verbraucher auch die Qualität des Treibstoffs. Und hier gibt es Grund zur Besorgnis. „Kommersant“: „Um einen Treibstoffmangel zu verhindern, hat die Regierung einem Teil der Erdölraffinerien erlaubt, für den Binnenmarkt Benzin und Diesel der Klasse ,Euro-5‘ herzustellen, jedoch mit Kennwerten der Klasse ,Euro-3‘. Diese Lockerung war bereits im Herbst 2025 genehmigt worden und wurde laut ,Kommersant‘ im Mai verlängert.“
Sascha Paraponow


