Das hübsche deutsche Marx

In Marx an der Wolga erinnerte man sich dieser Tage an die Geschichte der Stadt, die Fußballmannschaft der Russlanddeutschen trug ein Freundschaftsspiel aus, und es traten Folkloregruppen auf. Zum ersten Mal fand ein Schönheitswettbewerb unter den russlanddeutschen Frauen statt. Die MDZ bat die Gewinnerin Maria Gerber, ihre Eindrücke zu schildern.

Marx
Den Teilnehmerinnen des Wettbewerbs steht die deutsche Tracht sehr gut. (Foto: Dmitri Bujnizkij)

Manchmal scheint es, als hätte jemand das Leben im Voraus geplant. Ich bin Russlanddeutsche und arbeite in der Redaktion der Kreiszeitung „Woloschka“, der Nachfolgerin der in den 1930er Jahren im Kanton Marxstadt erscheinenden Zeitung „Rote Sturmfahne“. Die Redaktion befindet sich in einem deutschen Gebäude aus dem Jahr 1911. Und letztes Jahr war ich als Fotografin mit der Jugendgruppe „Jugendstadt“ auf Tournee. Während dieser Reise habe ich mich sozusagen neu entdeckt und begann mich für die Kultur meiner Vorfahren zu interessieren.

Alle Teilnehmerinnen des Schönheitswettbewerbs, die aus Marx, Engels, Saratow und Gebiet Orenburg kamen, hatten vieles über ihre deutschen Wurzeln zu erzählen. Und das taten sie im Rahmen ihrer Selbstpräsentation.

Aber damit waren die Prüfungen des Wettbewerbs noch nicht zu Ende. Wir präsentierten dem Publikum die Trachten und das Kunsthandwerk. Die Mädchen hatten selbst genähte deutsche Hauben dabei. Die Trachten für die Modenschau wurden von der wunderbaren Schneiderin Jelena Arndt genäht.

Außerdem standen eine deutsche Polka und kreative Darbietungen auf dem Programm. Ich habe Goethes Gedicht „Gefunden“ auf Deutsch vorgelesen, zu dem ich eine Übersetzung verfasst habe.

Die Gewinnerin des Wettbewerbs Maria Gerber (Foto: Dmitri Bujnizkij)

Der Sieg im Wettbewerb ist eine tolle Sache. Aber noch wichtiger ist die besondere Atmosphäre dieser Veranstaltung. Der symbolische Abschluss war die Aufführung des Liedes „Die Welt eilt zum Guten“ durch die Mitglieder des Vokalensembles „Veilchen“.

Das ist ein guter Ansporn, sich noch mehr für die Bewahrung der Kultur derer einzusetzen, die einst dem Manifest der Kaiserin Katharina II. gefolgt sind.

Newsletter

    Wir bitten um Ihre E-Mail: