25 Jahre Sprachinitiative des IVDK: mit Spaß Deutsch Lernen

Vor 25 Jahren führte der Internat­ionale Verband der Deutschen Kultur erstmals ein Sprachtreffen für russlanddeutsche Kinder und Jugendliche durch. Die Zukunft des Formats diskutierten die Teilnehmer der 7. Sprachkonferenz „Deutsche in Russland: Ethnokulturelle Bildung. Herausforderungen. Möglichkeiten. Erfahrungen“ im November in Moskau.

Teilnehmer des Sprachtreffens des Internationalen Verbandes der Deutschen Kultur auf Sylt.
Glückliche Gesichter beim Jugendtreff des IVDK auf Sylt (IVDK)


Die 17-jährige Darja Gorba­tschjowa aus dem Dorf Ljubino-Malorossy, etwa 45 Kilometer vom westsibirischen Omsk entfernt, träumt davon, Journalistin zu werden. Vielleicht wird sie auch mal für die „Moskauer Deutsche Zeitung“ schreiben. Schließlich lernt sie seit der 2. Klasse Deutsch und nutzt dazu jede Möglichkeit. Vor allem die, welche der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK) und andere russlanddeutsche Organisationen vor Ort anbieten.

Mit Spaß Deutsch Lernen

Die Abiturientin nahm zwei Jahre nacheinander an Wettbewerben zur Teilnahme an ethnokulturellen Treffen des IVDK teil, drehte dafür Videos auf Deutsch. Beide Male gewann sie eine Reise zu Sprach­treffen in Deutschland. „2019 war ich 14 Tage lang auf der Insel Sylt. Das war eine wunderbare Zeit. 2020 habe ich wieder erfolgreich am gleichen Wettbewerb teilgenommen. Leider ist der Sprachtreff wegen der Pandemie ausgefallen“, so Darja. Außerdem nimmt sie schon viele Jahre am Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“ teil. Dafür schrieb sie publizistische Arbeiten oder übersetzte.

Auch bei der Veranstaltung „Tolles Diktat“ ist Darja immer dabei. Das Prinzip ist simpel: Den Teilnehmern wird ein speziell für diesen Anlass ausgewählter Text diktiert, den sie möglichst fehlerfrei zu Papier bringen sollen. Die Resultate werden von Fachleuten kontrolliert und bewertet. Darja macht immer noch hier und da Fehler, den ersten Platz hat sie noch nicht belegt. Aber Urkunden für den 2. und 3. Platz hat sie sich bereits erarbeitet.

Das alles mache sie rein aus Interesse an der deutschen Sprache, erzählt sie der MDZ. Sie habe selbst keine deutschen Vorfahren.
Solche landesweit stattfindenden Projekte sind typisch für die Bemühungen der Russlanddeu­tschen, Menschen für die Sprache zu begeistern. Im IVDK ist man überzeugt: Dass in Russland das Interesse am Deutschlernen in den letzten Jahren gestiegen ist, ist auch ein Verdienst der Einrichtungen der Russlanddeutschen.

Ein Vierteljahrhundert Sprachtreffen

Dank der zivilgesellschaftlichen Organisationen der deutschen Minderheit gibt es im Land über 800 ethnokulturelle Klubs der Freunde der deutschen Sprache und circa 100 Kindergärten mit ethnokultureller Komponente. Dort wird Deutsch als Muttersprache vermittelt, während gleichzeitig breit angelegte Aktionen und Wettbewerbe veranstaltet werden. Die sind zwar vor allem für Russlanddeutsche gedacht. Aber auch andere Interessierte im Lande sollen zum Deutschlernen inspiriert werden.

Zu den wichtigsten Veranstaltungen zählen die seit 25 Jahren stattfindenden ethnokulturellen Sprachtreffen, auch Jugend­treffen genannt. Die Erstauflage wurde 1996 in Kurgan abgehalten. Noch im Sommer desselben Jahres folgten ähnliche Camps in Samara, Nischnij Tagil und im Altai-Gebirge.

Über 100 Treffen in einem Jahr

Schon damals war den Organisatoren schnell bewusst, dass dieses Format in Zukunft eine wichtige Rolle in den Sprachprojekten der Russlanddeutschen einnehmen würde. Ein Vierteljahrhundert Jugendtreffen hat das bestätigt.

Bereits 1998 wurden landesweit circa 100 Sprachtreffen veranstaltet, an denen 7324 Personen teilnahmen. Die Treffen wurde bereits damals auf allen Ebenen organisiert, von landesweiten und internationalen Vereinigungen genauso wie von regionalen oder lokalen Akteuren. Seit 2012 werden die Jugend­treffen des IVDK nicht nur in Russland, sondern auch in Deutschland durchgeführt.

Weichen stellen für die Zukunft

Seit den Anfängen hat sich viel getan. Einige Teilnehmer der Treffen organisieren heute selbst ähnliche Projekte. Immer häufiger kommen digitale Technologien zum Einsatz, Unterbringung und Versorgung haben sich verbessert. Aber die prinzipielle Idee der Jugendtreffen ist bis heute gleichgeblieben.

Welche Erfolge haben 25 Jahre Sprachprojekte des IVDK eingebracht und was muss neu gedacht werden? Anfang November kamen Deutschlehrer sowie Vertreter öffentlicher Organisationen und Behörden aus ganz Russland nach Moskau, um ihre Erfahrungen auszutauschen und ihr künftiges Vorgehen zu besprechen. Dort fand die 7. Sprachkonferenz des IVDK „Ethnokulturelle Bildung. Herausforderungen. Möglichkeiten. Erfahrungen“ statt.

Nicht nur die Zukunft der Jugendtreffen war dort Thema. Auf der Agenda standen neben dem Erlernen von Deutsch als Mutter-, sowie erster und zweiter Fremdsprache auch die frühkindliche Bildung und Schulen mit ethnokultureller Komponente. Außerdem wurde die Inklusion digitaler Hilfsmittel im Bildungsbereich besprochen.

Olga Silantjewa

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