Warenkorb: Tschukotka dreimal teurer als Mordowien

Der Preisunterschied zwischen Lebensmitteln aus den russischen Regionen beträgt mittlerweile das Dreifache. Experten nennen als Hauptgrund die Geografie: Je weiter die Entfernung zu den Lieferanten, desto teurer werden die Grundnahrungsmittel.

Warenkorb-Budget auf Moskauer Märkten? Kaum realistisch.   (Foto: Alexandra Rusakowa /AGN Moskwa)

Die Kosten für einen minimalen Warenkorb pro Person sind in Russland seit Jahresbeginn um 8,5 Prozent gestiegen, teilte Dmitri Leonow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Vereinigung „Rusprodsojus“, am Rande des Ostwirtschaftsforums mit. Bei der Berechnung der Kosten für verschiedene Regionen verwendet der staatliche Statistikdienst Rosstat eine einheitliche Standardliste von 33 Produkten. Der Warenkorb umfasst Fleisch und Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, Öle und Fette, Milch und Milchprodukte, Eier, Brot und Backwaren, Mehl, Getreide und Nudeln, Obst und Gemüse, Zucker, Salz, Gewürze, Tee, Karamellbonbons und Kekse. Dies ist ein offiziell festgelegter Warenkorb, der zur Berechnung des Existenzminimums sowie der Höhe von Beihilfen und Sozialleistungen herangezogen wird. Es handelt sich dabei nicht um eine Empfehlung für eine gesunde Ernährung, sondern um ein durchschnittliches Paket zum physischen Überleben.

Regionale Unterschiede

Dennoch unterscheiden sich die Preise für diesen Basis-Warenkorb je nach Region erheblich. Am teuersten ist der Warenkorb auf Tschukotka mit 21.000 Rubel pro Monat. Die hohen Kosten dort werden durch die abgelegene Lage der Region und die extrem schwierige Logistik verursacht. Gleichzeitig wurde das Existenzminimum in der Region für das Jahr 2026 auf 49.400 Rubel festgelegt – der höchste Wert im ganzen Land.

An zweiter Stelle nach Tschukotka folgt die Region Kamtschatka mit 13.400 Rubel. Auch dies ist auf die abgelegene Lage und die enormen Logistikkosten zurückzuführen. Frisches Obst und Gemüse stammt dort fast ausschließlich aus Importen, und der Preisunterschied zum Festland kann 400 Prozent erreichen. So kostet ein Kilogramm Tomaten auf Kamtschatka zwischen 850 und 900 Rubel (in Moskau zwischen 200 und 450 Rubel).

Der günstigste Warenkorb ist in der Republik Mordowien zu finden und kostet etwa 6200 Rubel. Dies ist auf die hochentwickelte Agrarproduktion zurückzuführen. Die Region gilt als führend im Föderationskreis Wolga bei der Erzeugung von tierischen Erzeugnissen und den Getreideerträgen pro Kopf, verfügt über eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und liegt in der Nähe großer Absatzmärkte. Das Existenzminimum in Mordowien liegt bei 16.000 Rubel, einem der niedrigsten Werte im Land.

Die Realität in den Metropolen

In Moskau wird der Warenkorb mit 9697 Rubel bewertet, in St. Petersburg etwas niedriger mit 9564 Rubel. Bedenkt man, dass die staatliche Norm für den Fleisch- und Geflügelkonsum eines Erwachsenen bei 4,8 Kilogramm pro Monat liegt, wird die Rechnung eng. In der russischen Hauptstadt kostet ein Kilogramm des günstigsten Rindfleischs im Durchschnitt 736 Rubel, Hühnchenfleisch 244 Rubel pro Kilogramm. Für die Mindestverbrauchsnorm an Hühnchenfleisch muss man im Monat 1200 Rubel und für Rindfleisch 3665 Rubel ausgeben. Ähnlich verhält es sich mit anderen Produkten. Mit einem Budget von 9697 Rubel wird es also schwierig sein, einen Monat lang durchzukommen – selbst mit einem sehr bescheidenen Speiseplan, wenn man alle im Warenkorb vorgesehenen Produktkategorien abdecken möchte.

Xenija Melnikowa

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