Gesellschaft

Große Geschichte in kleinen Dingen

Fast zwei Jahrhunderte hatten deutsche Siedler an der Wolga gelebt, als die Wolgadeutschen im Spätsommer 1941 nach Sibirien und Kasachstan deportiert wurden. Am 28. August jährt sich ein entsprechender Beschluss der Sowjetführung. Was kam damals mit in die Fremde? Nachkommen der Deportierten erzählen.

Mariental
Gesellschaft

Der letzte Sommer von Mariental an der Wolga

Frieda Dercho war sechs Jahre alt, als die Sowjetführung in Moskau erklärte, dass den Wolgadeutschen, von denen auch sie eine ist, nicht zu trauen sei. Sie hätten „Abertausende Diversanten und Spione“ in ihrer Mitte nicht gemeldet und müssten, um Gefahr abzuwenden, umgesiedelt werden, hieß es in einem Erlass vom 28. August 1941. Dercho kam mit ihrer Familie in den Altai und sah ihr Dorf Marien­tal erst nach dem Ende der Sowjetunion wieder. 75 Jahre nach der Deportation blickt sie für die MDZ zurück.