Langlauf in Moskau: Rein ins Wintervergnügen

In und um Moskau liegt ordentlich Schnee – die Langlaufsaison geht in die Verlängerung. In zahlreichen Moskauer Parks gibt es Loipen, teils kann man sich dort auch die Ausrüstung leihen. Wir stellen Ihnen einige der interessantesten Orte in der Hauptstadt für den Sport vor, der in Russland übrigens seit Sowjetzeiten Teil des Schulunterrichts ist.

Langlauf in Moskau
Im Timirjasewskij-Park kann man richtige Waldesruhe genießen. (Foto: Anton Kardaschow/ AGN Moskwa)

Sokolniki-Park

Nur wenige Metrostationen vom Zentrum entfernt findet man im Sokolniki-Park im Nordosten der Stadt eine Fülle an Loipen. Es gibt hier ganze 16 verschiedene Routen, welche zwischen eineinhalb und drei Kilometer lang sind. Insgesamt erstreckt sich das Loipennetz durch den traditionsreichen Park auf 45 Kilometern, wovon ein Drittel in der Dunkelheit beleuchtet ist.
An zwei verschiedenen Verleihstationen kann man sich täglich von 10:30 Uhr bis abends um 20 Uhr Skier, Stiefel und Stöcke ausleihen und sich auf eine der Loipen begeben, die unter anderem zu den zahlreichen Teichen in dem ausgedehnten Park führen. Die Rückgabe der Ausrüstung ist bis spätestens 21 Uhr möglich.

Für ganz Ungeduldige ist das Langlaufvergnügen in Sokolniki übrigens auch ohne Schneefall möglich. Eine eineinhalb Kilometer lange Loipe wird schon Ende November mittels Kunstschnee und Pistenraupe in Betrieb genommen.

Timirjasweskij-Park

Lange Strecken durch einen ruhigen Wald gibt es im Timirjasweskij-Park im Norden der Stadt. Von der S-Bahn-Station Gradschdanskaja an der MZD-Linie 2 oder vom Großen Gartenteich aus erstreckt sich das Loipennetz durch den ausgedehnten Park, der hier mehr einem richtigen Wald ähnelt. Schießbuden und Eiskiosks sucht man hier vergeblich.

Auch einen Verleih gibt es nicht und wenn es dunkel wird, dann wird es hier so richtig dunkel. Dafür kann man hier für Großstadtverhältnisse wirklich seine Ruhe genießen.

Kolomenskoje

Langlauf in historischer Kulisse gibt es im Kolomenskoje-Park. Zwei Loipen führen geschichtsbegeisterte Sportler vorbei an den Sehenswürdigkeiten der einstigen Zarenresidenz, etwa der Christi-Himmelfahrts-Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Die hügelige Parklandschaft bietet zudem herrliche Blicke auf die Moskwa.

Die längere der beiden Trassen misst etwa fünf Kilometer. Auch hier gibt es einen Verleih für Ausrüstung. Er ist dort zu finden, wo im Spätsommer die Honigmesse stattfindet.

Waldpark Gorenskij

Wer den weiten Weg bis an die Stadtgrenze nicht scheut, kann ein weiteres Loipennetz in einem ausgedehnten Waldgebiet erreichen. Der Gorenskij-Waldpark liegt schon auf dem Gebiet der Nachbarstadt Balaschicha, der Anfang der Loipen befindet sich jedoch noch in Moskau, genauer gesagt im Mikrobezirk Wostotschnyj.

Den erreicht man per Bus von der Metrostation Schtscholkowskaja. Vom dortigen Sportkomplex starten zahlreiche Loipen zwischen einem halben und fünf Kilometer Länge, welche alle durch den angenehm ruhigen Waldpark führen und mit einer Pistenraupe in Schuss gehalten werden.
Wer die „offiziellen“ Loipen verlässt, der kann bis zum Masurinskoje-See weiterfahren. Das ist ein See in einem eins­tigen Torfmoor, der zu Sowjet­zeiten ein beliebter Erholungsort war. Ruinen von Ausflugslokalen erinnern noch daran.

In den 2000er Jahren verlandete der See zunehmend und verwandelte sich in eine traurige Schlammwüste. Glücklicherweise hat er sich mittlerweile wieder erholt und ist auch im Sommer ein beliebter Ort zum Grillen. Im Winter sieht man zahlreiche Langläufer auf seiner gefrorenen Oberfläche ihre Runden drehen.

Jiří Hönes

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