TV-Chaos beim Eishockeyfinale der russischen U20

Als ihr U20-Team Anfang Januar zum Finale gegen Kanada antritt, versammeln sich die russischen Fans gespannt vor den Bildschirmen. Doch eine Programmänderung sorgt für große Verwirrung.

Eishockey genießt große Beliebtheit in Russland. Präsident Putin zeigt sich gerne auf dem Eis. (Foto: Kremlin.ru)

In keiner anderen Teamsportart schneidet Russland so erfolgreich ab wie im Eishockey. Den neuesten Beweis lieferte jüngst die russische Nationalmannschaft der Eishockey-Junioren. Das Team der U20 war bei der Weltmeisterschaft ins Finale eingezogen und traf Anfang Januar im tschechischen Třinec auf den Erzrivalen aus Kanada.

Überraschende Planänderung

Als feste Adresse für Sport­übertragungen dieser Art dient in Russland normalerweise der populäre Sportsender Match TV. Auch dieses Mal sollte der in Besitz von Gazprom-Media befindliche Kanal das Juniorenfinale ausstrahlen. Doch eine plötzliche Änderung ließ alles aus den Fugen laufen: Kurzfristig übernahm der Perwyj Kanal, Russlands „Erster Kanal“, die Übertragung des Events. Damit brachte er die Programmplaner von Match TV in Not.

Um die Sendelücke zu schließen, entschieden sich diese dazu, stattdessen eine Wiederholung des Juniorenfinals von 2011 auszustrahlen. Auch hier standen sich Kanada und Russland gegenüber – damals mit dem glücklicheren Ende für die Russen, die das Spiel nach 0:3-Rückstand mit 5:3 gewannen. Statt einer Aufzeichnung wähnten sich nun etliche Zuschauer von Match TV im Begriff, einen neuen Erfolg ihrer Eishockey-Junioren live auf dem Bildschirm mitzuverfolgen. Wie sich jedoch gleichzeitig im Perwyj Kanal zeigte, verlor das russische Team in Wirklichkeit mit 3:4.

Spektakel auf Instagram und Co

Wie so häufig ließ sich das Schauspiel am besten in den sozialen Medien beobachten, sogar mit prominenter Beteiligung. Das Duma-Mitglied Michail Degtjarjow, unter anderem vertreten im Ausschuss für Körperkultur und Sport, sowie der russische Fußballer Dmitrij Tarassow feierten den vermeintlichen Sieg der Russen im Netz. Auch ein Moskauer Nachrichtensender gratulierte zur Meisterschaft.

Ganz besonders verwundert dürfte jedoch der russische NHL-Star Wladimir Tarassenko gewesen sein. Wie der Spieler auf seinem Instagram-Profil mitteilte, hatte er das falsche Spiel bereits zehn Minuten verfolgt, bevor er sich plötzlich selbst auf dem Bildschirm erkannte.

Patrick Volknant

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