Vorteile für ausländische Investoren mit Produktion in Sonderwirtschaftszonen

Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich aus der Produktion in Sonderwirtschaftszonen ergeben – eine Rechtskolumne von Sterngoff Audit.

Die Sonderwirtschaftszone Innopolis bei Kasan in Tatarstan. © innopolis.ru

In den Jahren 2016 und 2017 haben zahlreiche Investoren, die ihre Gewerbetätigkeit in Russland durch Tochtergesellschaften ausüben, die Perspektiven des russischen Marktes aus praktischer Erfahrung eingeschätzt und beschlossen, eine eigene Produktion in einer Sonderwirtschaftszone (nachstehend SWZ) zu eröffnen, was eine maximale Ausnutzung der im russischen Recht vorgesehenen Vergünstigungen bedeutet, nämlich:

  • Für in einer SWZ ansässige Produk­tionsbetriebe gilt ein ermäßigter Gewinnsteuersatz von 0 bis maximal 13,5 Prozent. Zudem wird in Ziff. 2 Art. 283 SGB RF festgelegt, dass der Steuerzahler berechtigt ist, einen Verlustvortrag nach dem Veranlagungszeitraum, in dem der Verlust entstanden ist, unbegrenzt vorzutragen.
  • In einer SWZ ansässige Produktionsbetriebe sind beginnend mit der Unternehmensregistrierung zehn Jahre lang von der Vermögenssteuer befreit (Ziff. 17 Art. 381 SGB RF).
  • Die in einer SWZ ansässigen Produktionsbetriebe sind außerdem fünf Jahre nach der Entstehung des Eigentumsrechts auf jedes Grundstück von der Grundsteuer befreit (Ziff. 9 Art. 395 SGB RF).
  • Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer ab dem Zeitpunkt der Fahrzeugregi­strierung.

Zur effektiven Arbeit eines in Russland eröffneten Produktionsbetriebes trägt zudem eine Reihe günstiger Wirtschaftsfaktoren bei:

  • Der Preis für die Rohstoffbeschaffung ist in Russland wesentlich niedriger als im Ausland. Hier können sowohl Transportkosten für die Zustellung als auch Zollgebühren und -abgaben eingespart werden.
  • Es gibt keine Fremdwährungsrisiken, die bei der Beschaffung von Rohstoffen (Waren) außerhalb Russlands durch Wechselkursschwankungen verursacht werden können.
  • Bei einem großen Absatzmarktvolumen ist der Preis für die mit deutschen Technologien und deutschem Know-how produzierten Erzeugnisse konkurrenzfähiger.
  • wachsendes Marktpotenzial und sich eröffnende neue Perspektiven für potenzielle Kunden
  • preiswertere Arbeitskräfte für die Produktion
  • Die Nachbarschaft zu den Staaten der Zollunion (Weißrussland, Kasachstan) ermöglicht eine Ausweitung des Absatzmarktes unter Nutzung der Vergünstigungen für Produktexporte in die GUS-Länder.

Russland besitzt einen der größten Verbraucherbinnenmärkte der Welt, auf dem praktisch alle namhaften internationalen Unternehmen vertreten sind. Deshalb verfügt der russische Markt trotz der globalen Krise über ein bedeutendes Potenzial, um für ausländische Investoren nach wie vor attraktiv zu bleiben.

 

Olga Grigoriewa

Geschäftsführerin. Wirtschaftsprüferin. Steuerberaterin.

OOO «Sterngoff Audit»

audit@sterngoff.com

www.sterngoff.com

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