
Vom 20. bis 24. August war Moskau Gastgeber des Internationalen Verkehrsgipfels. Es ist bereits das vierte Forum dieser Art, auf dem Branchenexperten über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von Verkehrssystemen berichten und Partnerschaften schließen.
Neue Partnerschaften
In diesem Jahr kamen mehr als 140 Experten aus 41 Städten weltweit nach Moskau. Im Rahmen des Forums unterzeichnete Moskau Kooperationsvereinbarungen im Verkehrsbereich mit der Volksregierung von Beijing sowie mit der Stadtverwaltung von Bangkok. Ein noch größerer Erfolg ist jedoch das internationale Projekt „UrbanTransportData“ der Moskauer Regierung. Dabei handelt es sich um eine Analyseplattform, die es ermöglicht, Informationen über Verkehrskennzahlen in verschiedenen Städten der Welt zu erhalten und sich mit den besten Praktiken und Trends der Branche vertraut zu machen.
Während des Gipfels schlossen sich weitere 17 Städte dieser Plattform an. Darunter befinden sich keine europäischen Metropolen, dafür aber viele asiatische, afrikanische und lateinamerikanische Städte. Der aktuelle Beitritt von Addis Abeba mit 5,5 Millionen Einwohnern, Mexiko-Stadt mit 9 Millionen Einwohnern, Ho-Chi-Minh-Stadt mit 13,5 Millionen Einwohnern und anderen Metropolen zum Moskauer System kann kaum als eine symbolische Geste interpretiert werden. Die Erfahrungen des Moskauer Verkehrsministeriums sind ja für viele interessant. Insgesamt sind nun 32 Städte bei „UrbanTransportData“ registriert.
Neue Wagen
Im Vorfeld des Forums und parallel dazu liefen die sozialen Netzwerke des Moskauer Verkehrsministeriums auf Hochtouren. Der Leiter des Ministeriums Maxim Liksutow berichtete, dass der Anteil neuer Wagen mehr als 77 Prozent beträgt, während diese Zahl vor 15 Jahren nur bei 13 Prozent lag. Diese technologische Erneuerung erfolgt dank der Einführung der Zugserie „Moskwa-2024“. Die Züge sind leiser, komfortabler. Neben den USB-Anschlüssen gibt es dort nun auch Typ-C-Anschlüsse zum Aufladen der Geräte der Fahrgäste. Die Moskauer Behörden betonen, dass die Züge dieser Serie von russischen Spezialisten entwickelt wurden, wobei fast 95 Prozent der Teile aus heimischer Produktion stammen. Bis 2030 soll der Anteil neuer Wagen in der Moskauer Metro 90 Prozent übersteigen, so Liksutow.
Es gibt auch gute Nachrichten für Besitzer von Elektroautos. Bis Ende 2025 sollen in der Hauptstadt weitere 500 Ladestationen installiert werden. Heute gibt es in Moskau mehr als 350 Schnellladestationen. Für Fahrer von Fahrzeugen mit Benzinmotor ist es eine gute Nachricht, dass es in der Hauptstadt keine Benzinengpässe gibt – im Gegensatz zu einigen russischen Regionen.
Goscha Haimow


