Deutsch-Russisches Haus wird jetzt von Russlanddeutschen verwaltet

Zum Jahresausklang erhielten die Russlanddeutschen ein besonderes Geschenk. Sie werden ab sofort das Deutsch-Russische Haus in Moskau in Eigenverantwortung verwalten.

Haus
Hartmut Koschyk, Heinrich und Olga Martens, Igor Barinow und Bernd Fabritius (v.l.n.r.) bei der Übergabe des Hauses (Foto: Igor Beresin)

Fast 25 Jahre sind vergangen, seit der damalige Bundespräsident Roman Herzog nach Moskau kam, um hier das Deutsch-Russische Haus zu eröffnen. Seitdem ist es nicht nur ein Ort der Verständigung zwischen Russland und Deutschland, sondern vor allem das Zentrum der Förderung der Russlanddeutschen. Und die bekamen kurz vor Weihnachten ein besonderes Geschenk.

„Lange hieß es ‚Willkommen im Deutsch-Russischen Haus‘, jetzt aber heißt es ‚Willkommen in unserem Deutsch-Russischen Haus‘“, freute sich die neue Haus-Chefin Swetlana Kiseljowa am Abend des 16. Dezember. Kurz zuvor hatten Vertreter aus Deutschland, Russland und der Russlanddeutschen das symbolische rote Band durchschnitten. Damit ging das zuvor von der Bundesrepublik und Russland gemeinsame betriebene Haus in die Hände der Russlanddeutschen über.

Ein Schritt zu mehr Eigenverantwortung

Man sei an diesem Tag aus den kurzen Hosen herausgewachsen, freute sich der sichtlich ergriffene Präsident der Föderalen Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen Heinrich Martens. Endlich nehme man seine Sache selbst in die Hand und begründe eine neue Tradition, so Martens weiter. Hartmut Koschyk, zwischen 2014 und 2017 Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, nannte die Übergabe des Hauses ein Zeichen für eine Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen der Bundesrepublik und den Deutschen in Russland.

Sein Nachfolger Bernd Fabritius sprach von einem „Meilenstein der Minderheitenarbeit“. Bis zur Übergabe waren die Deutschen in Russland Gast in einem fremden Haus, so Fabritius. Der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK) und die Föderale Nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen haben sich über viele Jahre als verlässliche Partner der Bundesregierung bewährt. Die Übergabe sei ein Vertrauensbeweis und Anerkennung der „unglaublich positiven Arbeit“, so der aktuelle Bundesbeauftragte. Mit dem Haus in Eigenverwaltung verfüge die deutsche Minderheit in Russland über einen Ort, an den sie sich in all ihren Strukturen entfalten könne, so Fabritius. Und wünschte, dass in Zukunft mehr Menschen kommen, als das Haus eigentlich aufnehmen kann.

Meilenstein der Minderheitenarbeit

Auch Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten sprach von einer neuen Etappe, für das Haus in Moskau, aber auch für die Entwicklung der Russlanddeutschen im Ganzen. Barinow wünschte, dass das Deutsch-Russische Haus ein Anziehungspunkt für ganz Moskau werde und dass die Russlanddeutschen es mit neuem Leben füllen.

Das versprach Olga Martens, erste stellvertretende Vorsitzende des IVDK. Das Haus soll ein Ort für Partnerschaften, die Kulturszene und auch unternehmerische Aktivitäten werden. Und das nicht nur für die Russlanddeutschen, betonte Martens.

Daniel Säwert

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