
Am 6. Dezember fand an der Deutschen Schule der jährliche Weihnachtsmarkt statt. Er wurde von der deutschen Botschaft organisiert. Der Markt wurde von mehr als 3500 Menschen besucht. Insgesamt 14 Botschaften nahmen an der Veranstaltung teil. Am Eingang wurden die Gäste nicht nur von traditionellen Ständen mit Leckereien begrüßt, sondern auch von einem großen russischen Samowar. Die Verflechtung der Kulturen fügte der Veranstaltung einen Hauch von internationalem Flair hinzu.
Für viele Gäste ist der Besuch des Weihnachtsmarktes zur Tradition geworden. Aber es gab auch Neulinge, die zum ersten Mal zum Markt kamen. Wir haben mit den Gästen gesprochen und sie haben ihre Eindrücke geteilt.

Nadeschda: „Ich besuche zum ersten Mal den Weihnachtsmarkt. Ich sah die Ankündigung auf der Webseite der deutschen Botschaft und entschied, dass ich unbedingt mit meiner Familie dorthin gehen sollte. Wir wollten schon immer den europäischen Weihnachtsmarkt besuchen. Endlich bot sich eine große Chance, dies zu tun.“
Daria: „Ich besuche den Weihnachtsmarkt an der Deutschen Schule bereits zum zweiten Mal. Ich war letztes Jahr da und bin immer noch total begeistert. Der Stand der Schweiz mit den prächtigen Holzkühen hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, dieses Jahr eine Freundin für meine Holzkuh zu kaufen. Ich möchte außerdem Geschenke für die Eltern und für mich kaufen.“
Maria und Tamara: „Wir besuchen den Weihnachtsmarkt jährlich. Es ist zu unserer Tradition geworden. Jedes Mal ist hier eine sehr gute Atmosphäre. Die Stände von Deutschland, Schweden und Großbritannien sind für uns immer interessant. Früher haben wir einen Markt besucht, der in einer französischen Schule veranstaltet wurde. Es hat uns auch dort sehr gut gefallen.“
Viele Besucher kommen mit Kindern, daher ist es eine wirklich familiäre Veranstaltung. Für die kleinen Gäste werden viele Aktivitäten organisiert. Auch Eltern nehmen gerne daran teil. Das Färben von Weihnachtslebkuchen wurde zu einer verbindenden Freizeitbeschäftigung. Die Gäste konnten auch an einer Partie Poker oder an einer Gewinnlotterie teilnehmen.
Auf dem Weihnachtsmarkt warteten nicht nur die Besucher, sondern auch die Veranstalter der Stände. Vertreter der Schweiz und Kanadas haben uns von ihrer Vision der Veranstaltung erzählt.
Cindy (die Schweiz): „Wir organisieren den Stand seit sieben Jahren. Das ist eine große Charity-Veranstaltung. Wir haben einen Leckerbissen für die Gäste vorbereitet, Raclette-Käse. Unser Erfolg misst sich an den Spenden für wohltätige Zwecke und daran, dass sich externe Gäste und Freunde hier treffen. Das ist auch ein Event für Gemeinde und Community. Es erlaubt Menschen, die Politik für einen Tag zu vergessen. Ein wahres Symbol der Gemeinschaft.“

Maria (Kanada): „Wir nehmen zum ersten Mal am Weihnachtsmarkt teil. Letztes Jahr besuchte unsere Botschafterin diese Veranstaltung. Sie war beeindruckt, also haben wir beschlossen, dieses Jahr unbedingt einen eigenen Stand zu organisieren. Unser Küchenchef hat traditionelle weihnachtliche Leckereien für die Besucher vorbereitet. Zum Beispiel kleine Tourtière, also Fleischkuchen. Wir würden gerne alles verkaufen und einen Beitrag für wohltätige Zwecke leisten.“
Wohltätigkeit war tatsächlich ein zentrales Thema beim Weihnachtsmarkt. Man konnte da Marken kaufen. Das Geld geht dann an wohltätige Zwecke, und für die erhaltenen Marken können die Gäste Leckereien und Souvenirs kaufen. Ein Teil des gesammelten Geldes wird den Schützlingen des Malteser Hilfsdienstes zugutekommen. Wir haben mit der Generaldirektorin der Stiftung in Moskau gesprochen,Vera Rykina.
Vera Rykina: „Der Malteser Hilfsdienst ist eine in Europa bekannte Organisation. Sie existiert seit 71 Jahren in Deutschland und seit 34 Jahren in Moskau. Wir helfen Menschen, die in eine schwierige Situation geraten sind: alleinerziehenden Müttern, Behinderten, älteren Menschen und benachteiligten Familien mit vielen Kindern. Unser Slogan lautet: „Von der Hilfe zur Selbsthilfe“. An dem Weihnachtsmarkt nehmen wir seit vielen Jahren teil. Unsere Schützlinge sind auch mit uns auf dem Markt präsent. Wir verkaufen Spielzeug, das von den Händen unserer Freiwilligen und Schützlinge hergestellt wurde. Die Spenden gehen an Geschenke für Kinder.“ Der Weihnachtsmarkt an der Deutschen Schule in Moskau ist ein ganz besonderes Ereignis. Einerseits hat er nichts vom Charme eines traditionellen europäischen Weihnachtsmarktes eingebüßt, andererseits hat sich diese Initiative zu einem interkulturellen Ereignis entwickelt. Größere Reichweite, mehr fröhliche und glückliche Gesichter und natürlich das Gefühl, dass Weihnachten und Neujahr näher rücken.
Polina Merkulowa


