Russlanddeutsche

Vor 100 Jahren: Wie der Hunger an die Wolga kam

Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts hatten für kein Land so dramatische Folgen wie für Russland. Doch die Zeit dazwischen war für die dortige Bevölkerung teils noch schicksalhafter. Vor 100 Jahren, im Frühjahr 1921, breitete sich vor allem im Wolgagebiet eine verheerende Hungersnot aus, die Millionen Menschenleben kostete und erst 1922 allmählich abklang. Zehn Jahre später wiederholte sich diese humanitäre Katastrophe. Was das für die Wolgadeutschen bedeutete, darüber sprach die MDZ mit dem Saratower Historiker Arkadij German.

Feuilleton

Wiederentdeckt: Das Epos von der Wolga

Stalin verhinderte die Veröffentlichung und machte ihn damit zur Legende: „Wir selbst“ von Gerhard Sawatzky gilt als wahrscheinlich wichtigster Roman der Russlanddeutschen. Der Germanist Carsten Gansel hat den lange verschollen geglaubten Roman nun in Moskau aufgespürt.

Zeitgeschehen

Die Wolgarepublik: Was war sie wert?

Es war einmal ein Stück Land an der Wolga, das noch heute die Köpfe und Herzen vieler Menschen umtreibt. Dort hatten sich im 18. Jahrhundert deutsche Siedler niedergelassen. Die junge Sowjetmacht gewährte deren Nachfahren 1918 eine Autonomie, die jedoch schon 1941 kassiert wurde, nachdem die Wolgadeutschen kollektiv hinter den Ural deportiert worden waren. Was das kurze Kapitel der Autonomie letztlich für sie bedeutete, darüber schreibt der Historiker Viktor Krieger von der Universität Heidelberg, Autor eines kürzlich erschienenen Buches zum Thema, in der MDZ.

Gesellschaft

Republik der fremden Werte: Ein kritischer Blick auf die deutsche Wolgaautonomie

Am 19. Oktober jährt sich die Schaffung der deutschen Wolga­autonomie zum 100. Mal. Der Erlass von 1918 trägt die Unterschrift von Lenin. Die Autonomie hatte jedoch nur bis 1941 Bestand. Der Historiker Arkadij German aus Saratow hält nichts davon, ihr nachzutrauern. In einem Aufsatz, den wir in längeren Auszügen veröffentlichen, unterzieht er die Wolgarepublik einer kritischen Betrachtung.