„Rödl & Partner zählt zu den Top-Adressen“

Marco Koschier, neuer Leiter Internationale Wirtschaftsprüfung bei Rödl & Partner, spricht im Interview über seine Aufgabe und die Herausforderungen für Unternehmen in Russland unter den gegenwärtigen Bedingungen.

Wirtschaftsprüfer Marco Koschier kehrt zu seinen Wurzeln zurück. (Foto: Rödl & Partner)

Sie sind seit September bei Rödl & Partner als Leiter Wirtschaftsprüfung Internationales tätig. Was erwarten Sie von dieser Funktion?

Ein spannendes, professionelles und abwechslungsreiches Arbeitsumfeld. Rödl & Partner ist seit über 27 Jahren in Russland tätig, mit seiner strategischen Ausrichtung stets gewachsen und hat in dieser Zeit ein großes und vielseitiges Spektrum an Dienstleistungen für seine Mandanten entwickelt. Durch das in Jahrzehnten aufgebaute Netzwerk und unser Knowhow beraten wir länderübergreifend Unternehmen verschiedenster Branchen in allen wichtigen Belangen der russischen Wirtschaft. Rödl & Partner zählt für mich zu den Top-Adressen, wenn wir über Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Outsourcing sprechen.

Für den Inhalt dieses Beitrags ist Rödl & Partner verantwortlich.

Für mich ist diese Arbeit ein „Back to the Roots“, da ich ähnliche Funktionen seit 2000 in Moskau ausgeübt habe und nach einigen Jahren in der Industrie jetzt wieder in die Wirtschaftsprüfung zurückkehre. Mit meiner Erfahrung in der Russischen Föderation und Osteuropa in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Rechnungswesen und Finance möchte ich neben meiner leitenden Verantwortung der Internationalen Wirtschaftsprüfung auch speziell für österreichische Unternehmen, die aktuell oder in Zukunft in Russland tätig sind, als essenzieller Ansprechpartner zu Belangen der russischen Wirtschaft fungieren.

Sie arbeiten schon lange in Russland. Warum haben Sie dieses Land als Standort ausgewählt?

Ich bin seit 1993 in Moskau. Eine typische Geschichte frei nach Wilhelm Busch: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Welche Auswirkungen haben die Corona-Situation und die jüngsten Ereignisse – etwa die Entwicklung der Wechselkurse – auf das Business in Russland?

Die Auswirkungen, die wir seit Februar 2020 sehen, sind stark abhängig von der Lage in der Industrie. Je größer der notwendige direkte Kontakt mit den Kunden, desto katastrophaler wirkte sich der Lockdown auf das Business aus. Dazu kommt noch die prinzipielle Möglichkeit zum Homeoffice. Je leichter das machbar ist, desto besser überstehen diese Firmen und vor allem deren Mitarbeiter die Krise.

Firmen, die schon vor der Krise geschwächelt haben, werden jetzt durch die Corona-Situation letal getroffen.

Als Berater der Wirtschaft sehen wir darüber hinaus, dass entweder Verluste aus der ökonomischen Situation plus Verluste aus der Rubelabwertung zum einen den Cashflow der Unternehmen negativ beeinflussen, was in weiterer Folge zur Verminderung des Eigenkapitals führt. Ist das Eigenkapital nicht ausreichend, wird es negativ. Hält dieser Zustand für länger als drei Jahre an, kann die Gesellschaft (OOO) von jedem Gläubiger liquidiert werden.

Wir versuchen, unsere Klienten möglichst frühzeitig für diesen Problembereich zu sensibilisieren, um rechtzeitig die notwendigen Gegenmaßnahmen – Debt Equity Swap, Darlehensumwandlung von Fremdwährung in Rubel, Forderungsmanagement und Ähnliches – einleiten zu können.

Jetzt zeigt sich vor allem eine alte Kaufmannstugend wieder als extrem wichtig, nämlich „Cash is King“.

Welche Fragen finden Sie als Wirtschaftsprüfer heute besonders wichtig für Unternehmen?

Als Wirtschaftsprüfer sind wir natürlich daran interessiert, dass unsere Klienten fit sind für eine anstehende Wirtschaftsprüfung. Haben wir schon einmal geprüft, versuchen wir über das Debriefing nach einer Prüfung, bestehende Mängel aufzuzeigen. Bei neuen Klienten versuchen wir im Erstgespräch, mögliche Problembereiche vorwegzunehmen. Im Wesentlichen sehen wir folgende Problembereiche, die sich regelmäßig wiederholen: Ressourcenmangel, Mängel in der Anwendung von Group Reporting Standards, Abschlussfristen, die in die gesetzlichen Neujahrsfeiertage fallen und eine ungenügende Dokumentation der Überleitung von der russischen Basis in einen internationalen Abschluss.

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