ELA Container investiert in Russland

ELA Container ist Spezialist für vielseitig einsetzbare Raumlösungen aus Metall. Nach vier Jahren auf dem russischen Markt baut das Unternehmen jetzt sein eigenes Werk.

ELA
Hand anlegen für die Zukunft: Firmenchef Günter Albers, Botschafter Géza Andreas von Geyr, Gouverneur Wladislaw Schapscha, AHK-Chef Matthias Schepp und Russland-Geschäftsführer Stefan Leopold (v.l.n.r.). (Foto: Daniel Säwert)

Noch braucht man einiges an Vorstellungskraft, um sich auf dem Acker neben der Autobahn M3 eine hochmoderne Fabrik auszumalen. Günter Albers, Geschäftsführender Gesellschafter von ELA Container, und Stefan Leopold, Geschäftsführer des Unternehmens in Russland, haben davon reichlich. Die Freude über ihr neues Werk kann den Männern aus Norddeutschland auch das Nieselwetter am 30. April nicht verderben. Schließlich wissen die beiden sich und ihr Unternehmen in guter Nachbarschaft. 

Die Nachbarschaft ist der Industriepark Worsino gut 80 Kilometer südlich von Moskau, kurz hinter der Grenze zum Gebiet Kaluga. Hier haben sich in den vergangenen Jahren viele internationale Firmen angesiedelt, darunter auch deutsche. Für die Entscheidung, dass neue Werk an diesem Ort zu bauen, bekamen Albers und Leopold viel Lob.

So sprach der deutsche Botschafter Géza Andreas von Geyr davon, dass Kaluga der richtige Ort sei und Unternehmen in Zeiten politischer Spannungen als Brückenbauer zwischen Deutschland und Russland fungieren. Auch der Gouverneur des Gebiets Kaluga, Wladislaw Schapscha, zeigte sich erfreut über das Engagement des Unternehmens aus dem Emsland. „Wenn es an solch bedeutenden Tagen regnet, wird es ein guter Weg“, bemühte der Politiker eine alte russische Weisheit. 

Seit 2017 in Russland aktiv

Ganz neu ist der Weg für ELA Container nicht. Denn das mittelständische Unternehmen ist bereits seit 2017 in Russland aktiv. Russland braucht Container, sehr viele und in hoher Qualität, sagt Leopold auf Nachfrage der MDZ. Dass russische Anbieter damals weder erforderliche Stückzahlen noch in ausreichender Güte produzieren konnten, war für die Spezialisten aus Niedersachsen der Türöffner für den russischen Markt.

Neben der Vermarktung deutscher Qualität war es vor allem die Anpassung an die lokalen Gegebenheiten, die den Ausschlag für den bisherigen Erfolg ausmachten. Für den russischen Markt habe das Unternehmen spezielle Containertypen entwickelt, die an die klimatischen Bedingungen angepasst sind. So erhielten die Module eine extra Isolierung und wurden für die Schneemassen verstärkt, erklärte Leopold in einem Interview mit dem Business Blog „Russland Wirtschaft“. 

Dass die Container in Russland selbst produziert und nicht importiert werden, war dem Unternehmen sofort klar. „Wir wussten von Anfang an, dass wir lokal fertigen müssen“, sagt Leopold der MDZ. Das geschieht bis heute in angemieteten Hallen im Gebiet Kaluga. Für das Unternehmen keine zufriedenstellende Lösung. Denn die Hallen sind zu klein und die Fertigung entspricht nicht dem, was man sich bei ELA Container vorstellt.

Investitionen in Millionenhöhe

Deshalb fiel nach langer Überlegung der Entschluss, alles in die eigenen Hände zu nehmen und in Worsino eine eigene Fa­­brik zu errichten. Zehn Millionen Euro investiert der Mittelständler in den 4000 Quadratmeter großen Neubau und schafft dabei 30 neue Arbeitsplätze. Diese zu besetzen, war eine Herausforderung, verrät Leopold. Zwar gebe es in der Region gut ausgebildete Spezialisten, aber auch einen starken Wettbewerb mit zahlreichen anderen ausländischen Firmen.

Im März 2022 soll die Produktion in Worsino anlaufen, wenn alles gut geht, vielleicht sogar noch früher. Dann werden hier Mehrzweckcontainer für Büros, Schulen und Unterkünfte zusammengebaut. Leopold spricht von mehreren Tausend Containern, die in die russischen Regionen und vielleicht sogar ins Ausland gehen. Damit allein gibt man sich bei ELA Container nicht zufrieden. Denn das neue Werk könne schnell erweitert werden, verrät Leopold. 

Auch Firmenchef Albers schaut bereits weiter in die Zukunft. Wenn alles wie geplant verlaufe, könne er sich auch den Markteintritt anderer Bereiche seines Familienunternehmens vorstellen, scherzte Albert bei der Grundsteinlegung. 

Daniel Säwert

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