Russisches Exportgut: Nicht nur Gas, auch Golowin

Den wenigen russischen Fußballern, die auch für europäische Top-Ligen interessant sein könnten, wird nachgesagt, sich lieber auf ihren viel zu gut bezahlten Verträgen in der Heimat auszuruhen. Im Sommer hat mit Nationalspieler Alexander Golowin nun doch mal einer den Sprung ins Ausland gewagt. Doch beim AS Monaco ist er bisher nicht froh geworden.

Alexander Golowin (2.v.r.) bei der Fußball-WM nach dem Achtelfinalsieg gegen Spanien. © RIA Novosti / Anton Denissow

Alexander Golowin ist das perfekte Vorbild für Millionen Kinder in Russland, die von der großen Fußballkarriere träumen. Keiner vom anderen Stern, keiner, dessen Weg vorgezeichnet war. Aufgewachsen in der Kleinstadt Kaltan bei Nowokusnezk in Sibirien, wo die große weite Fußballwelt ganz weit weg ist, zog er mit 13 ins Internat, wurde mit 16 bei einem Turnier von einem Scout entdeckt, der für ZSKA Moskau arbeitete.

2014 das Debüt für ZSKA, 2015 für die Nationalmannschaft. Es ging immer weiter bergauf. Und bei der WM im eigenen Land galt der Mittelfeldspieler als größter Hoffnungsträger, auch wenn er letztlich im Schatten anderer stand. Ein Top-Angebot aus Europa bekam trotzdem nur er, wechselte für 30  Millionen Euro zum AS Monaco, dem französischen Vizemeister, der dem schwerreichen Russen Dmitrij Rybolowlew gehört. Alles schien zu passen, der Klub richtete im Herbst sogar einen Account im russischen Sozial­netzwerk VKontakte ein. Doch plötzlich ging sportlich gar nichts mehr. Der langjährige Erfolgstrainer Jardim, unter dem etwa Kylian Mbappé groß herauskam, wurde entlassen. Und auch unter Nachfolger Thierry Henry, dem früheren Starstürmer, läuft es kaum besser. Monaco steckt im Abstiegskampf fest. Doch Alexander Golowin ist in der großen weiten Fußballwelt angekommen. Jetzt müssen nur mal wieder ein paar Siege her.

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