
Ein Jubiläum der besonderen Art
Die Galerie Lumière hebt die Vincent-Peters-Ausstellung bewusst aus ihrer Projektreihe hervor. Sie bezeichnet sie als eines der Schlüsselereignisse der Saison. Und diese Saison ist für die Institution nichts Alltägliches: In diesem Jahr feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen. Die Veranstalter betonen zudem, dass die Galerie Lumière die Arbeiten des Fotografen exklusiv in Russland zeigt. Ihre Zusammenarbeit begann 2024 und setzt sich bis heute erfolgreich fort.
Zur aktuellen Präsentation, die im Rahmen regelmäßiger Gruppenführungen samstags bis zum 24. Mai besichtigt werden kann, gehören sowohl Werke, die Experten und Sammler bereits schätzen, als auch neue Aufnahmen, die eigens für die Moskauer Schau entstanden sind.
Zwischen Lichtschrift und Kino
In Peters’ Arbeiten ist die Achtung vor der Tradition spürbar: Der Meister arbeitet überwiegend mit Film und setzt das Licht filigran ein. Seine Werke veranschaulichen geradezu, was die Pioniere der Fotografie im Sinn hatten, als sie diese Kunst als „Lichtschreibung“ bezeichneten. Mit Licht modelliert Peters nicht nur die Figur und die Gesichtszüge seines Modells, sondern fängt auch den Charakter des Augenblicks ein.
Doch bei aller Liebe zur Tradition – sowohl zur fotografischen als auch zur kinematografischen – verschmäht Peters moderne künstlerische Mittel keineswegs. Vielleicht ist es genau diese Kombination, die die Porträts der Hollywood-Stars von Peters so besonders macht: Seine Modelle „leben“ im Bild. Darin steckt tatsächlich viel Filmisches. Wie Peters selbst berichtete, waren seine „ersten Universitäten“, die seinen künstlerischen Stil prägten, die alten Schwarz-Weiß-Filme, die er als Kind im Fernsehen sah.

Prominenz ohne Kompromisse
In der Ausstellung in der Galerie Lumière werden Fotoabzüge in limitierter Auflage mit der Signatur des Fotografen präsentiert. Zum Projekt gehören Porträts von John Malkovich, Monica Bellucci, Natalia Vodianova, Amanda Seyfried und weiteren Promis. Einen besonderen Platz in der Ausstellung nimmt das Porträt von David Beckham ein, das bereits in der National Portrait Gallery in London zu sehen war.
Das Bemerkenswerteste an Peters’ Werken ist wohl seine erstaunliche Standhaftigkeit gegenüber der Glamourwelt. Der Fotograf hat mit nahezu allen führenden Magazinen zusammengearbeitet, doch sein Erfolg in der kommerziellen Fotografie wird keineswegs auf Kosten künstlerischer Kompromisse „erkauft“. Er reproduziert keine glamourösen Klischees, er huldigt nicht der Konsumkultur, er wird seinen Prinzipien nicht untreu.
Die Ausstellung in der Galerie Lumière in der Bolschaja-Poljanka-Straße 61 bietet die Gelegenheit, sich davon selbst zu überzeugen. Die Werke dieses Meisters in Moskau zu sehen, ist ein Privileg.
Igor Beresin


