Land und Leute: Faktenwissen zu den russischen Regionen

Von Kaliningrad bis Wladiwostok: Russland ist fast schon ein Kontinent für sich. Lesen Sie hier aus unserer Rubrik „Zifferblatt“ zehn Zahlen zu den russischen Regionen.

Landidylle in Pereslawl-Salesskij zwischen Moskau und Jaroslawl (Foto: Tino Künzel)

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von Russland gehören geografisch zu Asien. Der europäische Landesteil ist wiederum so groß, dass er ein Drittel von ganz Europa ausmacht und zehn Deutschlands hineinpassen würden. Allein die Nord-Süd-Ausdehnung ist gewaltig. Von Murmansk am Nordpolarmeer sind es fast 3000 Kilo­meter bis zum subtropischen Sotschi am Schwarzen Meer. Ungefähr auf halber Strecke kommen sonnenhungrige Nordlichter im Sommer mit ihren Urlaubszügen in Moskau durch.

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Regionen gibt es in Russland offiziell, wenn man die Krim mitzählt. Sie werden auch als Föderationssubjekte bezeichnet. Drei Stadtregionen ausgenommen, ist Russlands kleinste Region das nordkaukasische Inguschetien. Die größte: das kalte Jakutien in Russlands fernem Osten. Es ist sechs Mal so groß wie die Ukraine, Europas größter Staat außer Russland.

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Zeitzonen gelten auf dem Territorium Russlands. Wenn die Menschen in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, ganz im Westen des Landes morgens zur Arbeit gehen, hat man in Kamtschatka, der Halbinsel an der Beringstraße im Fernen Osten Russlands, bereits Feierabend, denn der Zeitunterschied beträgt zehn Stunden.

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Millionenstädte verteilen sich über das Land. In ihnen leben knapp 34 Millionen Menschen oder mit anderen Worten 23 Prozent der Gesamtbevölkerung Russlands in Höhe von 146,7 Millionen Menschen. In Deutschland haben nur vier Städte mehr als eine Million Einwohner: Berlin, Hamburg, München und Köln.

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Dörfer verloren zwischen den beiden letzten Volkszählungen von 2002 und 2010 ihre letzten Einwohner und gelten heute als unbewohnt. Die Landflucht gilt als eines der größten ungelösten Probleme in Russland. Nach Schätzungen verlassen Jahr für Jahr durchschnittlich 200.000  Menschen ihre Dörfer, um sich in benachbarten Städten anzusiedeln.

589.913 km²

sollte eine neue Region in Nord­russland groß sein, die die beiden Gouverneure der Region Archangelsk und des Autonomen Kreises der Nenzen durch Zusammenlegung der beiden Gebiete zu schaffen gedachten. Es wäre die größte Region im europäischen Teil Russlands geworden. Bekannt wurden die Pläne Mitte Mai. Die Bürger sollten in einer Volksabstimmung dazu befragt werden, meldeten sich aber umgehend mit Protesten zu Wort. Das Projekt wurde abgeblasen.

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Städte bilden den sogenannten „Goldenen Ring“, eines der beliebtesten Reiseziele Russlands. Die Orte gehören zu den ältesten des Landes und sind die perfekte Wahl, um sich jenseits von Moskau an Zwiebeltürmen sattzusehen und Geschichtsunterricht zu nehmen. Klassischerweise werden dazu gezählt: Jaroslawl, Kostroma, Iwanowo, Susdal, Wladimir, Sergijew Possad, Pereslawl-Salesskij und Rostow Welikij. 2018 wurde auch Uglitsch in den Kreis der Auserwählten aufgenommen.

Ein Zug von Moskau nach Wladiwostok bei seinem ersten Halt an einem frühen Wintermorgen in Kostroma an der Wolga (Foto: Tino Künzel)

11.980 Rubel

kostet jetzt in der Sommersaison das günstigste Ticket für die längste Bahnfahrt der Welt von Moskau nach Wladiwostok. Umgerechnet sind das 150 Euro. Dafür ist man im Dritte-Klasse-Schlafwagen unterwegs, der über keine geschlossenen Abteile verfügt und sich am besten dafür eignet, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen und sich ein Bild davon zu verschaffen, wie die anderen Passagiere so die Zeit verbringen. Die Fahrt auf der Transsibirischen Eisenbahn dauert von Anfang bis Ende sechs Tage und 22 Stunden unterwegs. Das ist garantiert ein einmaliges Erlebnis.

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Buchstaben zählt der längste Ortsname des Landes. Den Rekord teilen sich zwei Dörfer: Werchne­nowokutlumbetewo am Ural und Starokosmodemjanowskoje in der Region Tambow. Der häufigste Ortsname ist Alexandrowka. So heißen 166 kleine Orte.

85 %

der russischen Bevölkerung waren Bauern, als mit der Oktoberrevolution 1917 die bürgerliche Ordnung gekippt wurde. Als die 1922 gegründete Sowjetunion gut 70 Jahre später zerfiel, hatte sich das Verhältnis von Dörflern und Städtern fast umgekehrt. 74 Prozent lebten nun in Städten.

Zusammengestellt von Tino Künzel

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