Zeitgeschehen

Russland, ich beobachte dich

Tino Eisbrenner, 56, war Anfang 20, als er in der DDR mit seiner Band Jessica („Ich beobachte dich“) zum Popstar wurde. Musik macht der gebürtige Berliner, der heute auf einem Dorf bei Neubrandenburg lebt, immer noch. Aber er erhebt seine Stimme auch, weil er in Deutschland eine Russlandbildstörung ausgemacht hat. Im Zuge der Leipziger Buchmesse wurde jetzt sein Buch „Das Lied vom Frieden“ vorgestellt. In der MDZ spricht der Liedermacher über Ostsozialisierung, Heimatverlust und die Krim.

Zeitgeschehen

Die Wolgarepublik: Was war sie wert?

Es war einmal ein Stück Land an der Wolga, das noch heute die Köpfe und Herzen vieler Menschen umtreibt. Dort hatten sich im 18. Jahrhundert deutsche Siedler niedergelassen. Die junge Sowjetmacht gewährte deren Nachfahren 1918 eine Autonomie, die jedoch schon 1941 kassiert wurde, nachdem die Wolgadeutschen kollektiv hinter den Ural deportiert worden waren. Was das kurze Kapitel der Autonomie letztlich für sie bedeutete, darüber schreibt der Historiker Viktor Krieger von der Universität Heidelberg, Autor eines kürzlich erschienenen Buches zum Thema, in der MDZ.

Zeitgeschehen

Süße Versuchungen aus Moskau

Es gibt sie in Geschmacksrichtungen wie Schokolade und Vanille aber auch mit einer exotischen Himbeer-Pistazie-Note: Eclairs gehören zu den angesagten Foodtrends in Moskau. Auch ein Paar mit russlanddeutschen Wurzeln setzt ganz auf die französischen Kalorienbomben.

Zeitgeschehen

Ordnung für das Chaos

Vor 150 Jahren revolutionierte Dmitrij Mendelejew die Wissenschaft mit seinem Periodensystem der Elemente. Fast zur selben Zeit veröffentlichte ein Deutscher ein ähnliches Modell. Doch heute ist der Forscher weitgehend vergessen.

Zeitgeschehen

Nein zum Nein für Russisch

Deutschlandweit gibt es nur vier Hochschulen, an denen sich Studierende zu professionellen Russisch-Übersetzern ausbilden lassen können. Nun droht an der Universität Leipzig, der letzten Ausbildungsstätte für Russisch-Dolmetscher in Ostdeutschland, die Schließung des Fachbereichs. Doch es regt sich Widerstand: Eine Petition soll die Streichung verhindern.

Zeitgeschehen

Ratgeber für ein besseres Leben

Zerebrale Kinderlähmung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen mit vielen Entbehrungen verbunden. Eine Hilfsorganisation aus Süddeutschland hat nun einen Leitfaden aufgelegt, um solchen Familien in Russland im Alltag zu helfen  – zunächst in Pereslawl-Salesskij, einer Kleinstadt zwischen Moskau und Jaroslawl. Die MDZ war vor Ort, als dieses Beispiel deutsch-russischer Zusammenarbeit in der Praxis demonstriert wurde.

Fabritius
Zeitgeschehen

„Die Spätaussiedler werden ausgeklammert“

Die Spätaussiedler wollen einfach nur die gerechte Anerkennung ihrer Lebensleistung, meint Bernd Fabritius. Im MDZ-Interview erklärt der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, warum eine Rentenangleichung dem deutschen Solidaritätsprinzip entspricht.

Rente
Zeitgeschehen

Gerechtigkeit für alle?: Was deutsche Parteien zur Rente für Spätaussiedler sagen

Seit diesem Jahr läuft die letzte Stufe der Rentenangleichung in Deutschland. Bis zum Jahr 2025 soll es keine Unterschiede mehr zwischen den Altersbezügen in West- und Ostdeutschland geben. Ausgenommen von der Angleichung sind jedoch Spätaussiedler, die unter das Fremdrentengesetz fallen. Dagegen wehren sich mehrere Landschaftsmannschaften mit einer Petition. Die MDZ hat die Parteien im Bundestag gefragt, wie sie zu den Renten für Spätaussiedler stehen.

Zeitgeschehen

Kriegsheld und Filmstar: Experten über den Sowjetpanzer T-34

Über den Großen Vaterländischen Krieg von 1941 bis 1945 werden in Russland nach wie vor jedes Jahr Filme gedreht. Zuletzt kamen innerhalb kurzer Zeit gleich drei mit Panzern als Thema in den Verleih. Erfolg bei den Zuschauern war nur einem beschieden, dafür aber so richtig. „T-34“ ist am 1. Januar angelaufen und hat die Kinos im Sturm erobert wie die Rote Armee einst Berlin. Schon nach wenigen Wochen stand das zweitbeste Einspielergebnis in der Geschichte des russischen Films zu Buche. Was sollte man zum Filmvorbild, dem Panzer T-34, wissen? Dazu hat die MDZ einen russischen und einen deutschen Experten befragt.

Zeitgeschehen

In Russland Deutscher, in Deutschland Russe

Anton Glockhammer hat seine Kindheit in Russland verbracht und seine Jugend in Deutschland. Er gehört zu jenen Spätaussiedlern, die es nach einiger Zeit wieder in die alte Heimat zog. 2008 nahm er nach Abitur und Bundeswehr nicht wie geplant ein Studium in Hamburg auf, sondern in seiner sibirischen Geburtsstadt Tomsk. Das war eine Bauchentscheidung. Jetzt ist der Russlanddeutsche, der akzentfrei Deutsch spricht, 31 und hat eine Kopfentscheidung getroffen: Er will zurück nach Deutschland. Der Kinder wegen. Wie er das begründet, ist ein Stück deutsch-russische Heimatkunde.