„Fuck the Millennium“ – Scooter in Moskau

Ein letzter Rave vor dem Stillstand: Kurz bevor in Moskau alle großen Events abgesagt wurden, haben Scooter noch einmal richtig auf die Pauke gehauen. Die deutsche Gruppe kann in Russland seit Jahren auf eine treue Fan­gemeinde zählen.

„Fuck the Millennium“ – Scooter in Moskau
Fulminante Show und schnelle Beats: Scooter werden nicht müde. (Foto: Instagram.com/pasha_fanat1k)

Meterhohe Dampfsäulen steigen auf, der Bass dröhnt, Frontmann H. P. Baxxter heizt dem Publikum ein mit Hits wie „How much is the Fish?“ oder „Fire“. „Ich finde beeindruckend, dass er noch immer so voller Energie ist“, sagt Maria, die sich die Show von weiter hinten anschaut. „Er ist gut in Form geblieben. Das ist die Musik meiner Jugend, wir haben das damals geliebt, diese Energie! Deshalb finde ich es super, Scooter heute in Moskau live zu sehen.“

Doch es sind bei Weitem nicht nur Nostalgiker, die den Weg zum Auftritt der Raver aus Norddeutschland gefunden haben. Direkt vor der Bühne tummelt sich das junge Publikum, tanzt und springt und grölt die Textzeilen mit. Die Mischung aus Happy Hardcore und den mit großem Pathos dargebotenen Nonsense-Texten scheint auch bei denen einen Nerv zu treffen, die jünger sind als manches Stück des 1993 gegründeten Acts.

Wann sie zum ersten Mal hier aufgetreten sind, weiß H. P. Baxxter nicht mehr genau, wie er der MDZ verrät. Aber es müsse Anfang 1995 gewesen sein. „Schon nach unseren ersten Singles Mitte der Neunziger waren wir in Russland unterwegs und haben uns auf Anhieb wohl gefühlt. Wir fanden Land und Leute super. Seit vielen Jahren haben wir eine tolle Fangemeinde hier und freuen uns, wenn wir auf Tournee sind.“ Was ihnen hier gefällt? „Außer den hübschesten Mädchen der Welt natürlich die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Russen.“

Zum Thema Corona gruben Scooter ihren 20 Jahre alten Hit „Fuck the Millennium“ aus. Schlechte Zeiten. Da tut es gut, noch einmal abzufeiern, bevor die Stadt stillsteht.

Jiří Hönes

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