Höchstprozentiges: Russischer Wodka immer beliebter — besonders in Deutschland

Russlands Wodka-Exporte sind zwar noch nicht Weltmeister, aber sie wachsen stetig an. Zumal das russische Nationalgetränk von den Sanktionen nicht betroffen ist. Den meisten harten Alkohol aus Russland importierte 2016 übrgens Deutschland.

Der Umsatz-Überflieger 2016: «Russkij Standart» / flickr/Eva Rinaldi

Wie das russische Zentrum für Erforschung föderaler und regionaler Alkoholmärkte ZIFFRA in seinem Jahresabschlussbericht für 2016 angibt, ist der Export russischen Wodkas im vergangenen Jahr um 14 Prozent gewachsen. Ein stolzer Wert. Auch wenn der Exportanteil des insgesamt in Russland produzierten Wodkas gerade einmal 6,5 Prozent beträgt.

Grafik: Hans Winkler

Insgesamt wurden 2016 laut dem russischen Statistikamt Rosstat 73,2 Millionen Dekaliter Wodka hergestellt. Im Vergleich zu 2015 sind das um 16 Prozent mehr. Die Wodkaproduktion wuchs demnach um knapp 35 Prozent. Von dieser Gesamtmenge wurden 49 Millionen Liter exportiert – 14 Prozent mehr als im Vorjahr. 6,9 Millionen Liter importierte Deutschland und überrundete damit sogar die Ukraine (6,4 Millionen Liter), Großbritannien (3,5 Millionen Liter), die USA (2,5 Millionen Liter) und Lettland (1,7 Millionen). Spürbar sei der Export in die USA, Bulgarien und sogar China gewachsen. Und auch nach Lettland und eben Deutschland stiegen die Lieferungen. Allein nach Großbritannien und in die Ukraine sank der Verkauf.

Als erfolgreichste russische Marken führten laut dem ZIFFRA-Bericht „Russkij Standart“ mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Rubel (umgerechnet circa 160 Millionen Euro) und „Parlament“ mit sieben Milliarden (circa 113 Millionen Euro), die seit Jahren in jedem großen Supermarkt in de ganzen Welt zu finden sind.

„Der Markt wächst gleichmäßig, der Binnen- und Außenhandel auch“, erklärte ZIFFRA-Direktor Wadim Drobis gegenüber der russischen Zeitung „Iswestija“. „Der Exportanteil bleibt unbedeutend mit 6,5 Prozent der Produktion. Diese orientiert sich vorrangig an unseren Bürgern und denen, die heute im Ausland leben.“

Aber nicht nur der russische Wodka macht eine gute Figur: Der Export von Wein und Sekt aus russischer Produktion wuchs um 13 Prozent auf 3,2 Millionen Liter, also im selben Bereich wie der harte Alkohol. Gleichzeitig allerdings ging die Wein- und Sektherstellung selbst um acht Prozent zurück.

Noch weniger bedeutend wuchs der Bierexport, um 2,5 Prozent. Aber als Bierland ist Russland ja noch nie berühmt gewesen.

Peggy Lohse

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