Puschkin-Museum zeigt Schätze der Leiden-Sammlung

Im 17. Jahrhundert erlebte Holland eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Die Früchte dieses Goldenen Zeitalters sind nun in einer „Blockbuster-Ausstellung“ zu sehen: Werke von Rembrandt, Vermeer und Co.

„Junge Frau am Virginal“ von Vermeer ist Teil der Leiden-Collection /Foto: Leiden-Collection.

Während die Hände der jungen Frau sanft auf der Tastatur des Virginals ruhen, gilt ihr mitfühlender Gesichtsausdruck dem Betrachter, als wolle sie die zarten Töne ihres Instrumentes mit ihm teilen. Die wohlgeformten Locken, die roten Bänder im Haar und das Hervorblitzen einer Perle zeigen, dass es sich um eine Dame aus gutem Hause handeln muss. Dahinter eine weiße Wand, sonst nichts. Der Fokus des 20 mal 25 Zentimeter großen Bildes liegt ganz auf der Musikantin.

Wir schreiben das Jahr 1670. Ein Spätwerk des holländischen Malers Johannes Vermeer. Ein Meister, der mit 43 Jahren starb und ein Oeuvre von 36 Werken hinterließ. Das bevorzugte Motiv: stille Momente, sinnierende oder lesende Frauen vor dem halb geöffneten Fenster.

2004 wechselte das Gemälde „Junge Frau am Virginal“ bei einer Auktion von Sotheby’s für 24,26 Millionen Euro den Besitzer. Heute findet sich das Werk in der Sammlung des amerikanischen Ehepaares Tom und Daphne Recanati Kaplan. Mit 250 Bildern gilt die Leiden-Collection als weltweit größte Privatsammlung holländischer und flämischer Meister des „Goldenen Zeitalters“ im 17. Jahrhundert.

Herzstück der Sammlung: Rembrandt van Rijn

Nun stellt das Puschkin-Museum zum ersten Mal 82 Gemälde der Leiden-Collection aus, die sich einer Schule verschrieben hat: die der Geburtsstadt von Rembrandt van Rijn, Leiden. Besucher kommen in den Genuss des Selbstbildnisses des jungen Rembrandts, seines frühestens Werks, der Allegorie auf die fünf Sinne und seiner Minerva im Arbeitszimmer. Das Werk gehört zu einer Reihe von stilistisch ähnlichen Gemälden, die vom Altmeister zwischen 1633 und 1635 geschaffen wurden und derzeit in den Sammlungen der Eremitage in St. Petersburg, im Prado in Madrid und im Metropolitan Museum in New York hängen.

Zu sehen sind auch Werke anderer Zeitgenossen wie Johannes Vermeer, Peter Paul Rubens, Jan Lievens und Frans Hals. Sie geben einen Einblick in die Blütezeit des holländischen Barocks: von Portrait, und Stillleben über Genre- hin zu Allegoriedarstellungen. Einer Zeit, in der Kunst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor aufstieg und der moderne Kunstmarkt geboren wurde. Dass die „Blockbuster-Ausstellung“, die bereits um die Welt tourte, in Moskau hält, ist der Sberbank zu verdanken.

Bis 22. Juli 2018
Puschkin-Museum
Wolchonka 12
Metro Kropotkinskaja
www.arts-museum.ru

Katharina Lindt 

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