Retro-News: Dreimal Nachrichten aus der Vergangenheit

Anlässlich der MDZ-Ausgabe Nummer 444 erinnern wir uns, was in 111, 222 und 333 – also vor fünf, zehn und fünfzehn Jahren – in Russland und Moskau los war.

Titelblatt MDZ 111

MDZ 111: Besuch bei der Queen 

Im Juli 2003 erschien die MDZ noch schwarz-weiß. Passend zum traurigen Titelthema, dem Selbstmordenattentat auf einem Rockkonzert in Tuschino. Der Anschlag forderte insgesamt 15 Todesopfer und reihte sich in eine blutige Terrorserie mutmaßlich tschetschenischer Attentäterinnen auf die Hauptstadt ein.

Weitere Themen der Ausgabe waren: Putins historische Englandreise, bei der er sich „einfach königlich“ mit Premierminister Tony Blair verstanden haben soll, die geplante Zusammenlegung russischer Regionen von 89 auf 40 und die Verhaftung enger Vertrauter des Ölmagnaten Michail Chodorkowskij, der Monate später selbst Russlands berühmtester Häftling wurde.

Diese Sondersendung zeigte damals NTW über den Anschlag (russisch):

Titelblatt MDZ 222

MDZ 222: Visaerleichterung ohne Effekt 

Im November 2007 verhandelten die Europäische Union und Russland über Visaerleichterungen. Doch diese bewirkten im Einzelfall das Gegenteil: So durften Inhaber 90-tägiger Geschäftsvisa von 180 Tagen nur noch 90 Tage in Russland verbringen. Davor konnte man mit mehreren Geschäftsvisa bis zu ein Jahr lang in Russland sein.

Weitere Nachrichten: Der Ölpreis erreichte ein Rekordhoch von 100 US-Dollar pro Barrel (etwa das Doppelte des aktuellen Preises) und Vize-Finanzminister Sergej Stortschak wurde wegen Korruptionsverdachts verhaftet – die erste Festnahme eines ranghohen Politikers im postsowjetischen Russland.

Titelblatt MDZ 333

MDZ 333: Welle der Hilfsbereitschaft 

Im August 2012 erschütterte eine Hochwasserkatastrophe das südrussische Krymsk. Eine sieben Meter hohe Flutwelle überschwemmte die Stadt und forderte 159 Todesopfer. 35 000 Menschen waren betroffen. Der freiwillige Helfer Jurij Tschupachin schilderte im Interview seine Erlebnisse von den teils unkoordinierten Aufräumarbeiten: „Ohne Freiwillige wäre der Staat überfordert gewesen.“ Er selbst war direkt vom internationalen Seliger-Jugendlager aufgebrochen, an dem auch MDZ-Autorin Luzia Tschirky teilgenommen hatte, um dann darüber zu berichten.

Dieses Amateur-Video ist nach Angaben der Filmer am frühen Morgen nach dem Scheitelpunkt der Flut gedreht worden:

Paul Krisai 

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