Beeindruckende Dimensionen: Hannoveraner Architekturstudenten in Moskau

Vom Konstruktivismus bis zu den Wolkenkratzern von Moskau-City, die russische Hauptstadt ist architektonisch ungemein spannend – und befindet sich in einem rasanten Wandel. Eine Gruppe deutscher Architekturstudenten ging dem bei einer Exkursion nach.

Zu Gast beim Architekturbüro Skuratov. (Foto: privat)

Der russische Konstruktivismus hat alles ausgelöst. Patrik Wegmann, Architekturdozent an der Leibniz-Universität in Hannover hat ein Semesterprojekt zum Bauen der 1920er-und und 1930er-Jahre in Russland aus der Taufe gehoben. Bei seinem zweiten Arbeitgeber, dem Architekturbüro Fink, löste er damit einen Sturm der Begeisterung aus, denn das Ehepaar Fink stammt aus der früheren Sowjetunion.

„Was hältst du davon, wenn wir mit Studenten nach Russland reisen“, fragte Denis seine Frau Viktoria. Und so entstand gemeinsam mit der Universität der Plan für eine Semesterexkursion nach Moskau. Für die 16 Studierenden war es ihr erster Besuch in der russischen Metropole.

Ole war dabei und war vor allem von den Dimensionen in Moskau beeindruckt. „Der Maßstab der Gebäude ist ein ganz anderer. Wenn man davorsteht, bekommt man erstmal ein Gefühl dafür. Alles ist viel größer als in Deutschland.“

Schwierigere Voraussetzungen als in Deutschland

Kommilitonin Lena ist fasziniert vom russischen Klassizismus, dessen Einfluss sie auch in neueren Bauten erkennt. „Viele Architekten haben es hier geschafft, eine Brücke zwischen den Stilen zu bauen.“

Auch das bauliche Erbe der 1920er Jahre hat die Exkursionsteilnehmer beeindruckt. Ole sagt, viele hätten das heute gar nicht vor Augen, welche gute Architektur es damals schon gab. „Man kann so viel aus dieser Zeit mitnehmen, etwa das effiziente Wohnen auf kleinem Raum.“

Bei ihrem Besuch des Moskauer Architekturinstituts erfuhren die Studierenden, dass die Aufnahmebedingungen dort deutlich härter sind als in Deutschland. „Bei uns gab es etwa keinen künstlerischen Aufnahmetest. Hier arbeiten die Studenten zeichnerisch auf einem sehr hohen Niveau“, sagt Lena.

Beeindruckend war zudem die Einladung beim Architekturbüro Sergey Skuratov, ein „sehr überlegter Mensch, der uns trotz seiner reichen Erfahrung auf Augenhöge begegnet ist“, so die Studentin. „Wir haben nicht nur Bauten von außen besichtigt, sondern sind mit den Menschen in Kontakt gekommen“, sagt Ole begeistert. „Das waren Eindrücke, die einem als Wegbegleiter im Hinterkopf bleiben.“

Jiří Hönes

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