Katharinenball: Eines Tages im Schloss Bellevue?

Der Große Katharinenball im Schloss Zarizyno hat Mitte September bereits seine fünfte Auflage erlebt. Ein Rück- und Ausblick in Superlativen mit Balldirektorin Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur.

Immer mittendrin beim Katharinenball: Olga Martens (2.v.l.) © Denis Schabanow

Die größte Hürde, ein solches Projekt von Null aufzuziehen

Sich ein Herz zu fassen und es einfach zu tun, auch ohne Erfahrung und Finanzierung. Und andere mitzureißen. Ein Jahr lag die Idee in der Schublade, dann ging alles ganz schnell.

Das größte Erfolgsgeheimnis des Balls

Unser Team, das dieses Projekt lebt. Und der individuelle Umgang mit jedem Gast. Ich war schon auf so manchem Ball, da ist doch vieles beliebig. Bei uns ist bereits die Eintrittskarte persönlich. Und jeder Gast wird von uns am Einlass abgeholt und am Ende bis zur Garderobe geleitet. Deshalb kommen die Leute jedes Jahr wieder.

Die beste Idee bei der Durchführung der Veranstaltung

Den Großen Katharinenball im Schloss Zariyno, das Festival der Balltraditionen für die Besucher des Schlossparks und die Auszeichnung der Preisträger des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ am selben Tag auszutragen. Das Festival vermittelt Wissen in interaktiver Form und für die ganze Familie. Man erfährt, wie es Deutsche im 18. Jahrhundert nach Russland verschlagen hat, wie sie lebten, wie sich die deutsch-russischen Beziehungen entwickelten. Bei der Preisverleihung an herausragende Deutsche ehren wir unsere Mitmenschen für besondere Leistungen. Russische Staatsbürger mit deutschen Namen, die ganz Russland kennt und die schon andere Auszeichnungen erhalten haben. Doch den von der Gemeinschaft der Russlanddeutschen gestifteten Preis nehmen zahlreiche Preisträger mit Tränen in den Augen entgegen. Und ich verstehe, warum er ihnen so viel bedeutet.

Das interessanteste nichtöffentliche Detail

Der Chat unseres Projektteams bei der Arbeit am Ball. Irgendwann werden wir Auszüge veröffentlichen. Das ist sehr lustig.

Das größte Vergnügen für mich auf dem Ball

Das gute Gefühl nach dem finalen Akkord: Es hat alles geklappt! Sich dann umzuziehen und mit der ganzen Mannschaft auf den Stufen des Schlosses Zarizyno zu sitzen, einander in den Armen zu liegen und Danke zu sagen.

Die verrückteste Geschichte vom Ball

Wenn einer unserer Partner beispielsweise teure Brillanten für einen Workshop mitbringt, natürlich unter bewaffneter Bewachung. Und dann werden diese millionenschweren Brillanten angelegt, so dass man selbst unter Bewachung steht. Oder auch die Einholung aller Genehmigungen von den zuständigen Ämtern, bis hin zu speziellen Hufen für die Pferde und bis zur medizinischen Versorgung.

Das Festival der Balltraditionen in Zarizyno ist Geschichte zum Anfassen. © Alexander Kucharenko

Worauf ich am meisten stolz bin

Dass dieses Projekt, aufgelegt von Russlanddeutschen, heute bereits Bestandteil des kulturellen Lebens in Moskau ist. Dass Projektableger inzwischen im gesamten Land stattfinden und den Aktivsten die Möglichkeit winkt, am Ball teilzunehmen. Dass der Ball erschwinglich für alle und jeden geblieben ist. Dass unsere Gäste aus den verschiedenen Ecken Russlands kommen. Dass wir immer auch für wohltätige Zwecke sammeln.

Das schönste Kompliment

Die Wertschätzung von Deutschlehrern und jungen Menschen, die ihre Teilnahme am Ball gewonnen haben und sich zu neuen Ideen beflügeln lassen, wie die deutsche Sprache in Russland gefördert werden kann.

Die kühnste Vision für die Zukunft

Traditionell kommen Bälle aus Europa nach Russland. Wir wollen mit dem Katharinenball umgekehrt von Russland aus in die internationale Arena. Ihn im Schloss Bellevue in Berlin ausrichten und zu einem alljährlichen deutsch-russischen Highlight machen. Jetzt fahren wir erst einmal nach Zerbst in Sachsen-Anhalt, wo Katharina die Große aufwuchs und von wo aus sie nach Russland aufbrach, zu einer Reise, die ihr ganzes Leben dauerte. Dort wird sich der Katharinenball als Nächstes präsentieren.

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