Über den Krieg und den Frieden – in Zitaten

Aus dem Kalten Krieg der letzten Wochen und Monate ist ein heißer geworden: Seit dem Morgen läuft eine „Sonderoperation“ des russischen Militärs in der Ukraine. Was sagt man eigentlich in Russland dazu?

Eine russische Panzerbesatzung auf der Krim (Konstantin Michaltschewskij/RIA Novosti)

Der TV-Journalist Jurij Dud auf Instagram:

Ich bin in Russland aufgewachsen, Russland ist meine Heimat, ich trage voller Zärtlichkeit und Liebe die Trikolore um den Arm. Aber der Ukraine – der Heimat meiner Angehörigen und dem Zuhause meiner Freunde – gilt meine maximale Unterstützung in diesen Tagen.

Frieden für Russland, für die Ukraine, für die Welt.

Dmitrij Muratow, Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“ und Friedensnobelpreisträger, in einer Videobotschaft auf den Kanälen seiner Zeitung:

Die nächste Ausgabe der ,Nowaja Gaseta’ erscheint zweisprachig – auf Ukrainisch und Russisch. Denn wir betrachten die Ukraine nicht als Feind und die ukrainische Sprache nicht als feindlich. Und werden das auch nie tun.

Aus einem auf Facebook veröffentlichten Appell prominenter Russen (zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Schriftsteller Dmitri Gluchowski und Wladimir Sorokin, die Schauspielerin Tschulpan Chamatowa sowie die Journalisten Dmitrij Muratow und Leonid Parfjonow):

Der begonnene Krieg Russlands gegen die Ukraine ist eine Schande. Es ist unsere Schande, aber die Verantwortung dafür werden noch unsere Kinder tragen müssen, eine Generation ganz junger oder noch gar nicht geborener Russen. Wir wollen nicht, dass unsere Kinder in einem Aggressorstaat leben und sich dafür schämen, dass ihre Armee ein unabhängiges Nachbarland überfallen hat. Wir rufen alle Bürger Russlands auf, Nein zu diesem Krieg zu sagen.

Margarita Simonjan, Chefredakteurin des russischen Auslandssenders RT, auf Twitter:

Ich mache mir keine Gedanken wegen der Sanktionen, der Isolation, Verbote und des Dollarkurses. Auch ohne iPhones haben wir früher gelebt, und ohne Paris & Co. kommen wir aus, wenn’s sein muss. Was soll die Diskussion, wenn sich das Schicksal des Volkes. die Zukunft der Welt und des Friedens entscheidet.

Der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Fernsehansprache:

Einige wichtige, sehr wichtige Worte an die Adresse derer, die versucht sein könnten, sich von außen in die laufenden Ereignisse einzumischen. Wer auch immer uns in die Quere zu kommen versucht oder sogar Bedrohungen für unser Land und unser Volk heraufbeschwört, soll wissen, dass Russlands Antwort unverzüglich sein wird und Folgen hat, wie Sie sie in Ihrer Geschichte noch nicht kannten.

Kremlsprecher Dmitrij Peskow gegenüber der Presse:

Idealerweise muss die Ukraine befreit und von pronazistisch gestimmten Leuten gesäubert werden.

Die Politologin Jekaterina Schulman auf ihrer Facebook-Seite:

Jeder Krieg ist bekanntermaßen während der ersten 30 Tage eine populäre Sache. Die Krim-Euphorie hielt drei Jahre, aber heute ist nicht 2014 – nicht im wirtschaftlichen Sinne und auch nicht, was die öffentliche Stimmung anbelangt.

Boris Akunin, russischer Schriftsteller, via Facebook:

Mit dem 24. Februar beginnt für uns alle eine neue Zeitrechnung. Eine schreckliche. Wie lange wird sie andauern und welche Opfer wird sie fordern?

Iwan Urgant, Late-Night-Moderator des staatlichen „Ersten Kanals“, via Instagram:

Leid und Schmerz. Nein zum Krieg.

Walerij Meladse, russischer Sänger, in einer Videobotschaft:

Heute ist das passiert, was nie hätte passieren dürfen. (…) Doch heute bitte ich Sie darum, die Kriegshandlungen einzustellen und sich an den Gesprächstisch zu setzen. Menschen müssen sich einigen können. Dazu wurde uns die Sprache gegeben.

Walentina Matwijenko, Vorsitzende des Föderationsrats, vor Journalisten zu Kritik am russischen Militäreinsatz:

Natürlich kann man auch an irgendwelche eigenen Alltagsprobleme denken, an gewisse Schwierigkeiten. Aber nicht an die Sicherheit eines so großen, so wichtigen Landes zu denken (…), das dürfen wir nicht zulassen.

Der Publizist Alexander Newsorow auf Telegram:

Das Wichtigste zeichnet sich bereits ab und die ersten Akkorde lassen die weitere Melodie erahnen. Es gibt Grund zu der Annahme, dass es Chopin ist. Der „Trauermarsch“. Und es ist nicht die Ukraine, die zu Grabe getragen wird.

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