Russisches Hollywood: Moskino-Filmpark in Moskau

Die Berliner Mauer berühren, den Checkpoint Charlie passieren, die Stufen des abgebrannten Reichstags ersteigen – all das kann man heute in Moskau in fünf Minuten erledigen. Und in den restlichen 55 Minuten den Friedhof des Nowodewitschi-Klosters, eine Stadt im Wilden Westen und ein abgelegenes russisches Dorf im Wald besuchen. Die MDZ war zum ersten Mal im Moskino-Filmpark.

Touristen in der Ost-Berliner „Hauptstraße“ im Moskino-Filmpark (Foto: Olga Silantjewa)

Es wird bereits als das russische Hollywood bezeichnet: Der Moskino-Filmpark, in dem Filme aller Genres gedreht werden können, befindet sich in Neu-Moskau auf einer Fläche von mehr als 1100 Hektar. Wenn der Park in fünf Jahren fertiggestellt ist, wird er siebenmal so groß sein wie das Zentrum der amerikanischen Filmindustrie. Schon heute gibt es hier mehr als 60 Drehorte und -objekte – von einem Platz in der Stadt der Kiewer Rus bis zu den engen Gassen des mittelalterlichen Florenz, von einem alten Kohlebergwerk im Donbass bis zu den majestätischen Gebäuden von Lvov. Natürlich gibt es auch viele Moskauer Ecken sowie auch Räume für Requisiten, für den Schnitt und viele andere Dinge, die bei der Filmproduktion benötigt werden.

„Deutsche“ Kulissen

Der Filmpark wurde im September 2024 eröffnet. Aber schon zwei Jahre vorher wurde mit den Dreharbeiten hier begonnen. Mehr als 30 Filme und 60 TV-Serien wurden im „Moskino“ seitdem gedreht. Darunter auch die Abenteuerserie „GDR“ (DDR, 2023), deren Handlung in Ost-Berlin im Herbst des Jahres 1989 spielt. Die Kulissen, die 2022 für die Serie gebaut wurden, waren die allerersten im Filmpark. Heute werden Touristen um sie herumgeführt.

Berliner Mauer im Filmpark, gebaut für die Serie „GDR“ (Foto: Olga Silantjewa)

Hinter einem Stück DDR befinden sich die Stufen des Reichstages mit Säulen und berühmten Inschriften, die im Mai 1945 von sowjetischen Soldaten an den Wänden des Gebäudes hinterlassen wurden. Doch ist es nicht leicht, sich den Reichstag in seiner Gesamtheit vorzustellen. Aber die Fremdenführerin Iraida versichert  den Touristen, dass alles andere am Computer nachgezeichnet wird.

Stufen des Reichstages im Filmpark (Foto: Olga Silantjewa)

Im Frühjahr wurde der Reichstag vom Mai 1945 im Filmpark verkleinert dargestellt. Diese Kulisse wurde bereits für eine Theatervorführung anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes eingesetzt. Und im September 2025 wird sie für die Dreharbeiten zum Film „Das Banner des Sieges“ verwendet.

Viele Ecken aus aller Welt

Ein weiterer Ort des Filmparks, der in der Serie „GDR“ kurz zu sehen ist, ist das Cowboy-Dorf. Hier wird die Atmosphäre des Wilden Westens zur Zeit des Goldrausches nachgestellt. Heute finden hier oft Theatervorführungen mit Stuntmen statt. Der Filmpark ist regelmäßiger Schauplatz für Moskauer Festivals. Er ist leicht mit dem Auto oder einem Shuttlebus zu erreichen. Der Filmpark liegt an der Autobahn Moskau-Kaluga, 27 km vom Moskauer Autobahnring entfernt.

Dieser ganze Komplex für Filmmacher einerseits und für Touristen andererseits ist Teil des großen Projekts „Moskau – Stadt des Kinos“. Es steht unter der Schirmherrschaft des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin. Ziel des Projekts ist es, das größte Filmproduktionszentrum in Russland und der Welt zu schaffen. Zum Moskauer Filmcluster gehören neben dem Filmpark auch das Gorki-Filmstudio, die Filmfabrik „Schar-Ptiza“, die städtischen Kinos und andere Strukturen.

Mehr Ausflüge auf: www.kinopark.moskino.ru

Olga Silantjewa

Newsletter

    Wir bitten um Ihre E-Mail: