Afrika, Handelskonflikte und russische Energie

Ende Juli ging das dreitägige Treffen der BRICS-Staaten im südafrikanischen Johannesburg zu Ende. Vor dem Hintergrund des eskalierenden Handelskriegs zwischen den USA und China, rücken die fünf aufstrebenden Schwellenländer näher zusammen.

Regierungschefs der BRICS-Staaten beim Gipfel in Johannesburg:  Xi Jinping, Narendra Modi, Jacob Zuma, Michel Temer und Wladimir Putin (v.l.n.r.) /Foto: Kremlin.ru (CC-BY 4.0)

Die aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wollen ihre Zusammenarbeit mit weiteren Schwellen- und Entwicklungsländern verstärken. Zum Abschluss eines dreitägigen Gipfeltreffens in Johannesburg berieten sich die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten Ende Juli unter anderem mit ihren Amtskollegen aus Argentinien, Angola, Senegal, Simbabwe und der Türkei.

Angolas Präsident João Lourenço erklärte, der Club der BRICS-Staaten sei angesichts der auf westliche Industrieländer zugeschnittenen Weltordnung ein immer wichtigeres Forum. „BRICS ist zu einer Stimme der Entwicklungsländer in der Welt geworden“, sagte Lourenço. Die BRICS-Staaten repräsentieren etwa ein Drittel der Weltbevölkerung und fast ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung.

Chinas Staatschef warnt vor „Handelskrieg“

Die Beratungen des Gipfeltreffens waren von Sorgen um einen eskalierenden Handelskonflikt mit den USA überschattet. In ihrer Abschlusserklärung forderten die fünf Staaten nachdrücklich die Einhaltung der globalen Handelsregeln. Chinas Präsident Xi Jinping hatte zu Anfang der Beratungen betont, bei einem „Handelskrieg“ könne es keine Gewinner geben. „Wer einen solchen Kurs verfolgt, wird sich letztlich nur selbst schaden“, sagte Xi.

Wegen der schwachen Wirtschaftslage will Südafrika bis auf Weiteres keine russischen Atomkraftwerke kaufen, erklärte Präsident Cyril Ramaphosa nach einem Gespräch mit Wladimir Putin. Südafrika müsse sich zunächst um „dringendere Bedürfnisse“ seiner Bürger sorgen. Dies habe Putin auch verstanden und „die Antwort gut aufgenommen“, sagte Ramaphosa. „Momentan können wir uns keinen Ausbau der Atomkraft leisten.“

Ramaphosas Vorgänger Jacob Zuma hatte eine strategische Partnerschaft mit Russlands staatlichem Atomunternehmen Rosatom angebahnt. Es blieb jedoch unklar, ob und in welcher Höhe Südafrika dadurch bereits finanzielle Verpflichtungen eingegangen war. Derzeit gibt es in Südafrika ein Atomkraftwerk. Das Land bezieht rund 90 Prozent seines Energiebedarfs aus Kohle. Das am meisten entwickelte Land Afrikas hat derzeit noch einen Stromüberschuss und exportiert in Nachbarländer. (dpa)

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