So klingt Doktor Schiwago in Leipzig

Boris Pasternaks Roman über den Arzt und Dichter Schiwago in Zeiten der Revolutions- und Kriegswirren gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Nach zahlreichen Verfilmungen folgte ein Musical. Am 27. Januar feiert das vertonte Epos auch in Deutschland seine Erstaufführung auf der Bühne.

Jan Ammann als Jurij Schiwago /Foto: Kirsten Nijhof.

Schon der Klang des Namens „Doktor Schiwago“ lässt deutsche Ohren an Schneegestöber, Pelz, Bürgerkriegswirren und große Gefühle denken. Der Romanklassiker von Boris Pasternak fiel gerade im Ausland auf fruchtbaren Boden. Das lag nicht zuletzt an Omar Sharif als Jurij Schiwago in der oscarprämierten Hollywood-Verfilmung.

Die Entstehung des Romans ist nicht minder filmreif, als Pasternak mit seinem Schiwago zwischen die Fronten geriet und aus Liebe zu seiner Heimat den Nobelpreis für Literatur ablehnen musste. Pasternaks Held war so gar nicht aus dem Stahl gemacht, aus dem der sozialistische Held geformt wurde. Als Arzt und Dichter zweifelte er nach der Revolution. An eine Veröffentlichung in der Sowjetunion war nicht zu denken. Das Buch wurde 1957 in Italien publiziert, nachdem ein italienischer Literaturagent das Manuskript ins Ausland geschmuggelt hatte. Erst 30 Jahre später kam die Würdigung in der Sowjetunion, als Pasternaks Epos gedruckt und der Schriftsteller rehabilitiert wurde.

Auf die zahlreichen Verfilmungen folgte eine Musical-Adaption des 700 Seiten starken Werks. Eine Herausforderung, der sich Michael Weller, Lucy Simon, Michael Korie und Amy Powers stellten. Das Musical „Doktor Schiwago“, das schon in New York am Broadway zu sehen war, bringt nun die Oper Leipzig als deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne und feiert am 27. Januar in der Musikalischen Komödie seine Premiere.

Unabhängig von den bisherigen Aufführungen sei die Leipziger Inszenierung eine eigenständige Produktion, betont Elisabeth Kühne, Dramaturgin der Oper Leipzig. Es werde eine eigene Bildsprache geben, die sich an einen historischem Realismus der russischen Geschichte wage. „Das Publikum kann sich auf große Emotionen, wunderschöne Musik und hervorragende Gesangssolisten, insbesondere Jan Ammann als einen der gefragtesten Musical-Stars unserer Zeit, freuen.“ Und anders als bisher wird auch Russisch zu hören sein. Um genau zu sein, das aus dem Film bekannte Lied „Laras Thema“. „Es war uns wichtig, den sprachlichen Klang Russlands auf der Bühne erlebbar zu machen“, erklärt Kühne. „Auch weil für viele Doktor Schiwago untrennbar mit der Melodie des Films verbunden ist.“

Katharina Lindt

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