Russlands größte katholische Kathedrale

Nach Einbruch der Dunkelheit zieht sie alle Blicke auf sich: die Marien-Kathedrale in Moskau. Gebaut für die polnisch-katholische Gemeinde im 19. Jahrhundert, ist sie heute Dreh- und Angelpunkt mehrerer aktiver Gemeinden.

Bis zu 5000 Menschen finden im Hauptschiff der Kathedrale Platz. Foto: Christopher Braemer

Nur einen Katzensprung vom Moskauer Zoo entfernt, offenbart sich ein unerwarteter Anblick. Eine rote, kolossale Silhouette ragt hervor.  Es ist die Kathedrale der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria – Russlands größtes katholisches Gotteshaus. Von Einheimischen auch „Kostjol“ genannt, ist sie neben der Kathedrale St. Peter und Paul, die sich im historischen Stadtteil Belyj Gorod befindet, eine von zwei katholischen Kirchen in der orthodoxen Hauptstadt. Das 1911 nach einem Entwurf des polnischen Architekten Tomasz Bohdanowicz-Dworzecki im neogotischen Stil errichtete Gebäude, diente der polnischen Gemeinde Moskaus. Sie zählte immerhin 30 000 Mitglieder.

Das Gemeindeleben endete 1938, als die Kommunisten die Schließung veranlassten. Daraufhin stand das prächtige Bauwerk 58 Jahre leer. Bis die Stadtverwaltung sie 1996 – nach jahrelangem Kampf wohlgemerkt – der katholischen Kirche wieder übergab. Nach einer Restaurierung öffnete sie 2001 ihre Tore – 90 Jahre nach ihrer ursprünglichen Errichtung.

Heute ist die Kathedrale der unbefleckten Empfängnis Dreh- und Angelpunkt mehrerer aktiver Gemeinden. Hier finden Gottesdienste in verschiedenen Sprachen statt, auf Deutsch, Französisch,  Spanisch und Koreanisch. Es gibt einen Kirchenchor und in regelmäßigen Abständen auch Orgelkonzerte. Und diese sollen viele orthodoxe Moskauer besuchen, denn das Instrument gilt als Hauptattraktion. Sie ist eine Schenkung des evangelisch-reformierten Basler Münsters, die 2002 nach Moskau überführt wurde. Zudem ist die Kathedrale Sitz des Moskauer Caritasverbandes.

Marien-Kathedrale
Ul. Malaja Grusinskaja
Metrostation Barikadnaja

Christopher Braemer 

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