Reaktionen russischer Politiker auf die Wahl Donald Trumps

Erst applaudierte die ganze Duma und dann schmiss Wladimir Schirinowksi einen Sekt-Empfang mit Würstchen, Süßigkeiten und Olivier-Salat: Als die Nachricht vom Wahlsieg Donald Trumps am Mittwochmorgen die russische Hauptstadt erreichte, reagierten die Vertreter des Parlaments mit Erleichterung. Doch nicht alle russischen Politiker teilen die Euphorie der Volksvertreter. Ein Überblick der ersten Reaktionen.

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Trump als Matrjoschka neben anderen großen aktuellen und ehemaligen Staatsführern: Putin, Merkel, Lenin und Stalin / Foto: RIA Nowosti.

«Wir haben den von ihm als Präsidentschaftskandidat geäußerten Wunsch, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern wiederherzustellen, vernommen. Wir sind bereit, auf unserer Seite alle Schritte zu machen und alles zu tun, damit die russisch-amerikanischen Beziehungen einen stabilen Pfad der Entwicklung einschlagen. Dies würde zum Nutzen des russischen wie des amerikanischen Volkes geschehen und sich positiv auf das allgemeine Klima in den internationalen Beziehungen ausüben.»

Wladimir Putin, russischer Präsident

«Die Wahl hat gezeigt, dass die Menschen müde von der künstlichen Konfrontation und der aufgezwungenen Globalisierung sind. Wir respektieren Amerikas Wahl und hoffen darauf, mit der neuen US-Führung konstruktive Beziehungen (…) zu etablieren.»

Sergej Schelesnjak, Duma-Abgeordneter und stellvertretender Duma-Vorsitzender

«Ich hoffe, dass die traditionellen Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und den Vereinigten Staaten sich weiterhin positiv entwickeln. Davon profitieren unsere Völker, die durch gemeinsame christliche Werte und eine lange Geschichte verbunden sind.»

Patriarch Kirill von Moskau und der ganzen Rus, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche

«Wir sind dazu bereit, mit jedem Präsidenten zu arbeiten. Ich habe viele Worte gehört, wir werden nach ihren Handlungen urteilen und auf ihre Handlungen reagieren.Wir bevorzugen niemanden.»

Sergej Lawrow, russischer Außenminister

«Im Putinlager wollte man Trump. Da ist er. Ich hol mir Popcorn. Stellt euch schon mal auf einen fallenden Ölpreis ein. Und vergesst Reagan nicht.»

Michail Chodorkowskij, russischer Unternehmer und politischer Aktivist

«Wir sind natürlich sehr glücklich zu sehen, dass der bessere Kandidat gewonnen hat. Hillary hat mit Krieg gedroht. Für sie war Russland der Hauptfeind. Die meisten Amerikaner wollen einfach nur Frieden. Ruh dich einfach mal aus, Oma Hillary!»

Wladimir Schirinowskij, Parteivorsitzer der Liberal-Demokratischen Partei Russlands (LDPR)

«Es ist möglich, dass Trump es nur den Wählern recht machen wollte, die mit den harten Einstellung von Clinton gegenüber Russland nicht einverstanden waren. Leonid Sluzkij, Vorsitzender des Duma-Komitees für Internationale Beziehungen »Im Januar tritt Trump sein Amt an und es beginnt ein neues Leben. Ich hoffe, dass das ein neues Kapitel in den Beziehungen der USA und Russlands markiert.»

Sergej Mironow, Vorsitzender der Partei „Gerechtes Russland“

«Es gibt eine Besonderheit: In den letzten 25 Jahren wurden in den USA ziemlich junge Kandidaten zum Präsidenten gewählt, aber die jetzigen zwei sind im hohen Alter. Ich versichere Ihnen, nichts wird sich wirklich ändern: Epochen, Technologien und das Wetter ändern sich – aber die Strategie der Amerikaner nicht».

Gennadij Sjuganow, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Russlands, 72 Jahre alt. Trump ist 70.

Zusammengestellt von Birger Schütz und Simon Barthelmess

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