Höchst-Genuss

Für all diejenigen, die so richtig hoch hinaus wollen, empfiehlt MDZ-Autor und Restaurantexperte Frank Ebbecke das "Sixty".


Raketenschnell, aber fast lautlos schießt der nobel getäfelte Aufzug gen Himmel. 10., 20., 30. … und 60. Stock. Sanfte Landung, dann noch zwei Treppen rauf. Auf 373 Meter. Ins „Sixty“. Getragen vom „Federation Tower“ der Vorzeige-Moderne Moscow City. Zu erahnen die Weite des Riesenlandes und westwärts schon das Herz Europas. Mit Glück bei glutrotem Sonnenuntergang.

Wem die Höhenluft nicht schon zu Kopfe gestiegen ist, der kann sich ja durch sage und schreibe 26 Seiten an mehrheitlich alkoholisch Verführerischem kämpfen. Empfohlen sei zum Beispiel ein „Moscopolitan“. Weil hier oben erfunden, echt russisch, angenehm süffig und verlässlich aufmunternd: Wodka, Preiselbeer- und Limonensaft mit einem Löffelchen Aprikosen-Marmelade. Und dann lohnt sich auch ein Blinzeln auf den Teller. Verführerisch präsentiert und geschickt verfeinert in französischer Manier. Kaum überraschend. Denn der Chef der 30-köpfigen Küchen-Crew kommt aus Paris: Regis Trigel.

Aber die Wahl fällt bewusst auf russische Klassiker: Salade à la Russe, der hier allseits beliebte Olivié (650 Rubel), und ein kräftiger Borschtsch mit reichlich Räucherfleisch (650). Als Hauptspeise zartes Rehfilet aus heimischer Jagd mit einer von Cognac angehauchten Sauce, stilecht die Rotkraut-Beilage (2100). Ein schönes Stück Napoleon-Kuchen (550) rundet die Dinner-Komposition süß ab.

Geschmackserlebnis und Rechnung entsprechen durchaus und irgendwie natürlich der Toplage. Aber wer will schon täglich so hoch hinaus.

Reservieren ist sehr zu empfehlen, obwohl 300 Gäste gleichzeitig Aussichtsplatz finden können. Premier Dmitri Medwedew hat hier schon weit ins Russenreich und die Sterne geguckt, ebenso der einstige französische Staatspräsident Nico- las Sarkozy. Die müssen ja wissen, wo sich’s Wohlsein lässt.

 

Sixty 

Presnjenskaja Nabereschnaja 12 

M Wystawotschnaja, Delowoj Zentr 

(495) 653 83 69

 

 

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