Gütesiegel gegen Produktfälschungen

Nach der Einführung neuer Gütesiegel für Pelzwaren im Dezember 2016 plant das Ministerium für Industrie und Handel nun eine Erweiterung der Kennzeichnung auf Schuhe, Kleidung, Medikamente, Teppiche sowie Maschinenbau-Erzeugnisse. Wie wirkt sich das auf den Markt aus?

Fälschung oder Original? Für den beliebten russischen Pelzmantel, die sogenannte Schuba, gibt es inzwischen ein Gütesiegel / Foto: Dominic Sayers (Flickr)

Beim Kauf der geliebten Schuba, wie der Pelzmantel hierzulande heißt, stellt sich oft die Frage nach der Herkunft. Aber damit ist jetzt wohl Schluss. Nach der Einführung erster Gütesiegel im Dezember 2016 für Pelzmäntel und -waren aller Art hat die Regierung auch illegalen Nachahmungen in weiteren Sektoren den Kampf erklärt.

Fälschungen im Warenwert von 60 Millionen Euro

So sollen nun auch Schuhe, Kleidung, Teppiche, Medikamente sowie Maschinenbau-Erzeugnisse per Kennzeichnung vor Fälschungen geschützt werden. Nach Angaben von „Rosstandart“, einem Pilotprojekt zur Feststellung von Produktfälschung, gehören diese zu den am häufigsten gefälschten Waren.

Der illegale Warenverkehr variierte dabei stark: Je nach Sektor würden zwischen fünf und 30 Prozent  der Ware gefälscht. Der Föderale Zolldienst beschlagnahmte im Kalenderjahr 2016 etwa 13,3 Millionen gefälschte Produkte im Wert von insgesamt 60 Millionen Euro. Anteilig am Einzelhandel mit einem Gesamtumsatz von 98 Milliarden Rubel entspräche dies nur 0,06 Prozent.

Schutz per QR-Code und Chip-Implantat

Die Gütesiegel beinhalten bisher neben QR-Codes sogenannte RFID-Siegel („Radio Frequency Identification“). Mittels dieser Funketikette kann echte Ware festgestellt werden. Im Jahr 2017 ist außerdem ein Chip-Implantat für Arzneimittel sowie leichtindustrielle Erzeugnisse wie Schuhe und Kleidung geplant. Eine Erweiterung der Liste für den russischen Markt sei nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus soll die Einführung der Kennzeichnung im gesamten Raum der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) ausgeweitet werden.

Die Regierungsmaßnahme bewirkt nicht nur eine Erhöhung des Warenpreises, sondern auch eine Marktbereinigung unter den Hersteller und Verkäufern. Auf dem Pelz-Markt haben sich die Gütesiegel bewährt. Nach deren Einführung stieg der Verkauf von echter  und offiziell registrierter Ware laut dem Ministerium für Industrie und Handel fast um das Neunfache. Davor hätte es hier mit 85 Prozent den höchsten Marktanteil an Fälschungen gegeben. Herstellern unechter Ware drohen Strafen in Höhe von 20 000 bis 50 000 Rubel (umgerechnet 307 bis 768 Euro).

Von Christopher Braemer

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