Erkältung: Abwarten und Wodka mit Pfeffer trinken

Die Tage werden kälter und grauer, Schnee und Regen wechseln sich ab. Der Kollege hustet und niest schon: Was Sie wissen sollten, wenn russische Viren und Bakterien im Anmarsch sind.

Grippe

Wenn das Fieber steigt, kämpft der Körper gegen die Erkältung. /Foto: Pixabay

Sind russische Viren und Bakterien gefährlicher als mitteleuropäische?

Grippe- und Erkältungskrankheiten sind in allen gemäßigten und kalten Klimazonen der Erde ähnlich, sagt der Regionalarzt der Deutschen Botschaft in Moskau, Dr. Lutz-Michael Meyer. Sie sind also in Russland nicht gefährlicher als in Mitteleuropa, China oder Nordamerika. Wer neu in Moskau ist, kann das aber durchaus anders empfinden. Denn kleine Unterschiede gibt es bei den Erregern schon, deshalb muss sich das Immunsystem erst auf die unbekannten Keime einstellen. „Es kann sein, dass man im ersten und zweiten Winter häufiger krank wird“, so Meyer.

Gibt es Unterschiede beim Impfschutz?

Wer sich gegen Grippe impfen lässt, bekommt auf der gesamten Nordhalbkugel den gleichen Impfstoff verabreicht, erklärt Meyer. Diesen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr neu, immer ausgehend von den drei häufigsten Grippeviren des vergangenen Winters. „Weil sich Grippeviren ändern können, ist es möglich, dass die Impfung nur unvollständigen Schutz bietet. Und vor Erkältungskrankheiten schützt sie überhaupt nicht.“ Der Regionalarzt impft in Moskau ausschließlich mit in Deutschland zugelassenen Stoffen, rät aber nicht grundsätzlich von heimischen Produkten ab. Allerdings sollte man den Beipackzettel lesen oder sich beim Arzt über weitere „Zutaten“ informieren. Denn da kann es schon Unterschiede geben. Zum Beispiel bei antibiotischen Begleitstoffen, die sich auf die Verträglichkeit der Impfung auswirken, oder „Verstärkern“. Sie sorgen dafür, dass das Immunsystem besser reagiert.

Helfen deutsche oder russische Hausmittel besser?

Bei Hausmitteln sei gegen den Glauben schwer anzukommen, sagt der Regionalarzt. Denn es gehe vor allem um das subjektive Wohlbefinden. Ein heißes Fußbad zum Beispiel oder eine Inhalation mit Kamillendampf, auch Salbeitee oder pflanzliche Präparate mit Thymian oder Efeu können helfen. Bei einer banalen Erkältung spreche nichts dagegen, auch mal auszuprobieren, welche russischen Hausmittel helfen. Denn viele Erkältungskrankheiten seien lästig, aber harmlos. „Einfaches Abwarten führt in den meisten Fällen dazu, dass sie abklingen.“

Was verordnen russische Ärzte?

Meyer zufolge greifen seine russischen Kollegen tendenziell schneller zu Antibiotika. „Ich habe den Eindruck, dass sie mehr Angst davor haben, etwas zu unterlassen, als davor, etwas zu unternehmen, was schiefgehen kann.“ Allerdings kann der Arzt damit auch richtig liegen. Denn für den Laien ist es im Einzelfall schwierig zu unterscheiden, ob er noch eine Erkältung, schon eine Grippe oder gar eine Lungenentzündung hat.

Kann man heimischen Pharmaanbietern trauen?

Ähnlich wie bei Autos genießen auch Arzneimittel „Made in Germany“ ein hohes Ansehen in Russland. Aber deswegen müsse man nicht zur teuren Importware greifen. „Bei großen Apothekenketten oder Apotheken, die an Krankenhäuser angeschlossen sind, kann man im Großen und Ganzen darauf vertrauen, dass sie zuverlässige Präparate verkaufen. Sie haben ja schließlich einen Ruf zu verlieren.“ Vorsicht ist geboten, wo man es mit der Verschreibungspflicht nicht so genau nimmt: „Es hat einen guten Grund, dass man für bestimmte Medikamente ein Rezept braucht. Ihre Nebenwirkungen können mehr schaden als nutzen.“

Corinna Anton


Omas Hausmittel

Albina Sacharowa (79) verrät, wie sie gesund durch den Winter in Kamyschin an der Wolga kommt:

1. Bei den ersten Symptomen: Senfpulver in Wasser auflösen und die Füße darin wärmen! Das wirkt der Erkältung entgegen. Oder Wodka mit Pfeffer trinken, das stärkt das Immunsystem bei grippalen Infekten.

2. Die Brust mit Wodka einreiben, um Fieber zu senken!

3. Mit Kartoffeldampf inhalieren! Das macht die Atemwege frei.

4. Bei trockenem Reizhusten tut warmes Bier gut.

5. Nasenspülung mit Zwiebelwasser hilft bei einer laufenden Nase.

Notiert von Sandra Laudenschläger.

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