Mit und ohne Farbe: Drei Ausstellungen zeigen das historische Moskau 

Wie verschiedene Künstler unterschiedlicher Epochen die russische Hauptstadt aufnehmen und wiedergeben, zeigen in diesem Herbst gleich mehrere Ausstellungen. Drei von ihnen legt die MDZ Ihnen besonders ans Herz. 

„Moskauer Druckergasse“, 1985, Natalja Nesterowa / Peggy Lohse

„Moskauer Druckergasse“, 1985, Natalja Nesterowa / Peggy Lohse

„Moskau hat Profil“, möchte uns die große Häuserfront der „Moskauer Druckergasse“ von Natalja Nesterowa aus dem Jahr 1985 anscheinend sagen. Denn die skeptisch dreinschauenden Menschen auf dem Bild entfalten sich in drei Dimensionen, ebenso die Stuckatur der klassizistischen Hausfassaden.

Das Bild ist eines von zwei Highlights der Ausstellung „Hinter uns liegt Moskau“ in den Räumen der InArtibus-Stiftung von der Mäzenatin und Herausgeberin der Kunstzeitung „The Art Newspaper“, Inna Baschenowa. Die Ausstellung gehört auch zum Rahmenprogramm der aktuellen Kunstbiennale in Moskau.

Während die gefälligeren, lyrischeren und kleineren Werke bekannte Moskauer Szenen zeigen, fesselt das Reliefbild die Besucher. Sie nähern sich der Leinwand so sehr, um die Struktur zu untersuchen, als würden sie am liebsten in das Bild hineinkriechen.

„Weiße Architektur“, 1980, Wladimir Wejsberg / Peggy Lohse

„Weiße Architektur“, 1980, Wladimir Wejsberg / Peggy Lohse

Dann plötzlich der Kontrast: Ein graues Bild in einer grauen Ecke auf einer grauen Staffelei (siehe Foto). „Weiße Architektur“, Entstehungsjahr 1980, stammt von dem Maler Wladimir Wejsberg und zeigt ein trübes herbstliches Moskau in groben Zügen. Dazwischen tummeln sich Herbstlaub, Dächermeere, Familienszenen. Kurz: Moskau, wie es leibt und lebt.

„Hinter uns liegt Moskau“

Stiftung InArtibus

Bis 30. September

Pretschistenskaja Nab. 17/19

M Kropotkinskaja

www.inartibus.org 

Im Allrussischen Museum für dekorative Kunst steht derzeit „Moskau 1957. Blick eines jungen Schweizers“ im Mittelpunkt. Leonard Giannada war damals Gast des Internationalen Jugend- und Studentenfestivals in der Hauptstadt der Sowjetunion. Aber auch 60 Jahre später haben die Bilder nicht an Aussagekraft verloren. Vielmehr wächst das Interesse an einem Rückblick auf die Sowjetzeit. Manchmal nostalgisch, manchmal kritisch vergleichend.

Und übrigens: Gianadda ist heute selbst Chef der Fondation Pierre Gianadda, einer progressiven Kunstsammlung auf dem Gelände eines alten römischen Bads im schweizerischen Mantigny.

„Moskau 1957“

Allrussisches Museum für dekorative Kunst

Bis 2. Oktober

Ul. Delegatskaja 3

M Majakowskaja, Zwetnoj Bulwar, Nowoslobodskaja

www.vmdpni.ru

Derweil wiederum steht im Museum Moskaus ein Zeitgenosse der Russischen Revolution im Fokus: Jurij Ljubimow ist mit dem von ihm gegründeten Moskauer Taganka-Theater berühmt geworden. Anlässlich seines 100. Geburtstages – er selbst starb vor drei Jahren – widmet ihm der Künstler Alexej Tregubow eine ganze Ausstellung, bestehend aus Installationen, dazu sind Lesungen, Theaterworkshops und Künstlertreffen mit Ljubimows Weggefährten geplant. Als Höhepunkte gelten die Theaterstücke „Werkstatt des Dmitrij Brusnikin“ und „Zehn Tage eines Jahres“ von Maxim Didenko, die in sämtlichen Ausstellungsräumen gleichzeitig gespielt werden.

„Ljubimow und die Zeit. 1917 – 2017“

Museum Moskaus

Bis 26. Oktober

Subowskij Bulwar 2

M Park Kultury

www.mosmuseum.ru

Peggy Lohse

Ausstellung: Wunder auf Russisch

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