MDZ-Serie: deutscher Professor an russischer Präsidenten-Uni (Teil 4)

Die Präsidenten-Akademie RANEPA in Moskau ist die erste Hochschule des Landes, die ein vierjähriges Bachelor-Studium durchgängig in englischer Sprache aufgelegt hat: „Global Governance and Leadership“. Der deutsche Professor und MDZ-Autor Frank Ebbecke führt Tagebuch.


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Das Anfangssemester ist in „full swing“, sozusagen. Hier wird nicht nur gelernt, sondern auch gelebt. Lustig, laut und leidenschaftlich. Ja, die ersten Pärchen haben sich auch schon händchenhaltend gefunden. Für das Vergnügen aller aber zum Beispiel an „Kapustnik“. Warum nach Weißkohl, dem russischen Lieblingsgemüse betitelt, hat keiner auf dem Radar. Heißt eben so.

Ein theatralischer und tänzerischer Gruppenwettbewerb zwischen verschiedenen Studiengängen und Semestern. Da zeigt so mancher Eleve, dass er außer im Kopf auch was in Beinen und Armen hat. An diesem Freitagabend, da bebt die große Bühne im „Auditorium maximum“ der Akademie. Statt hochwissenschaftlicher Exkurse vor ehrfürchtig lauschenden Wissbegierigen Glanz, Glitter und Getöse. Denn noch ungebärdiger toben sich hunderte von Kommilitonen auf den Rängen aus. Als wild anfeuernde Claqueure, viele in karnevalsähnlicher Kostümierung, mit Trommeln, Tröten und ohrenbetäubendem Tamtam. Die Siegertrophäe, ganz gemäß dem Eventtitel – eine Torte in Form eines halbdurchgeschnittenen Kohlkopfs, schön lindgrün und wohl „weiß-lieber-nicht“ wie lecker.

Aber Hauptsache Spaß. Genau wie beim mehrwöchigen Fußballturnier gegen Mannschaften anderer Moskauer Universitäten auf Campus-eigenem Kunstrasenplatz. Das Ergebnis? Ein willkommener Anlass zur nächsten Sause: Gewinner die eigene Mannschaft – deutlich 3:0 mit hilfreichem Heimvorteil.

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